In einer Zeit, in der alle Welt (also eigentlich nur Europa) behauptet, sie hätten Angst vor den österreichischen Kickern und trauen uns eine Überraschung zu, beruhigt zumindest eine Meldung: Österreich hat gegen Österreich bei einem 10-gegen-10-Spiel unentschieden 1:1 gespielt. Die Treffer erzielten Maierhofer für Österreich und Hoffer für Österreich, aus schwierigen Situationen wohl gemerkt, immerhin handelte es sich um eine „intensive Trainingspartie“ von dreigeteilten Vierzig Minuten auf aufgeweichtem Boden. Geprobt wurde der langsame Aufbau aus der eigenen Hälfte, denn jede Seite hatte mindestens fünf Pässe zu spielen, bevor sie auf die gegnerische Seite durften; eine Spielvariante, die zuletzt doch des Öfteren für Schwierigkeiten sorgte. Hickersberger und Mitarbeiter folgen also dem allgemeinen O-Ton in Österreich wie auch von den eigenen Spielern.
Vor kurzer Zeit ließ Rene Aufhauser ja schon verlauten, er wünsche sich eine gewaltige Schinderei, immerhin gehe es um den Aufstieg ins Viertelfinale. Pausen seien aber auch wichtig, mit einem kleinen Augenzwinkerer in Richtung Holland-Spiel. Ebenso optimistisch ist Roger Spry, der ÖFB-Fitness-Guru, der der langen Vorbereitung so einiges abgewinnen kann.
Einzig ein Grund sorgt bei mir für gewaltige Faltenbildung: Ist es wirklich förderlich, dass Spieler und Trainerstab ständig unter Beobachtung stehen, ein jedes Trainingsspielchen ausgeschlachtet wird? Wäre es nicht besser, dem ÖFB Vertrauen zu schenken und walten zu lassen? Freilich, es fördert das Fiebern in Richtung Großveranstaltung, der Schuss kann aber gewaltig nach hinten los gehen, obwohl wir uns ja – wie gesagt – nicht selber schlagen können. Und der Papst ist auch auf unserer Seite.