Frankreich

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Es gibt nur wenige Nationen, deren Auswahlen über Jahrzehnte auf Weltklasseniveau spielen. Die Sowjetunion gehörte nicht dazu. (Nicht nur, weil sie inzwischen untergegangen ist.) Die Sbornaja erlebte mit Lew Jaschin – dem bis heute einzigen Tormann, der Europas Fußballer des Jahres wurde – in den 60ern ein Zwischenhoch wie nie davor und nie danach. Ihre Glanzzeit dauerte ein „langes“ Jahrzehnt von 1958 bis 1972, oder anders gesagt: acht mal in Serie erreichte sie bei Europa- und Weltmeisterschaften zumindest das Viertelfinale, fünf mal davon das Semifinale. Von 1974 bis 1982 scheiterte sie hingegen an den folgenden fünf Qualifikationen hintereinander.

Ähnlich war auch die französische Nationalmannschaft nie eine Konstante im Weltfußball und hatte Jahrzehnte, in denen ein großer Titel nicht in Reichweite war (etwa fünf erfolglose Qualifikationen zwischen 1968 und 1976). Erst Mitte der 90er Jahre begann mit dem EM-Halbfinale in England die große Konjunktur der Blauen, gipfelte in den Finalsiegen 1998 und 2000 und bäumte sich zum letzten Mal auf bei der WM 2006. Ähnlich wie bei der Sowjetunion ist auch die Hochblüte der Franzosen nach einem „langen“ Jahrzehnt wieder vorbei. Es war die Zeit des Zinedine Zidane, ohne den die Franzosen in der jetzigen Qualifikation fast das englische Schicksal erlitten hätten und nur hauchdünn vor dem fußballerischen Mauerblümchen Schottland ins Ziel kamen, gegen das beide Spiele verloren wurden. Wer ein halbes Jahr vor der EM gegen Marokko und die Ukraine nicht gewinnt, ist kein Titelaspirant.

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