Teamchef Hickersberger lässt sich vor den beiden letzten Testspielen in Graz nur bedingt in die Karten schauen. Er kündigte an, gegen Nigeria (Dienstag, 20:30) und Malta (Freitag, 20:30) mit zwei verschiedenen Systemen und Aufstellungen zu spielen, was mögliche Rückschlüsse auf die taktische Ausrichtung während der EM zulässt. Der stärkere Gegner aus Afrika, der mit sieben Premier League-Spielern anreist, soll mit jener 3-5-2-Formation unter Druck gesetzt werden, die auch Deutschland 60 Minuten lang überforderte. Über die Spieler, die er einsetzen will, hielt sich Hickersberger weitgehend bedeckt; nur die Abwehrreihe soll mit Stranzl, Pogatetz und Prödl stehen. Ümit Korkmaz, dem bei der Endrunde ein Fixticket winkt, wird ebenfalls zum Einsatz kommen, im Sturm spricht viel für die bisher in der Vorbereitung überzeugenden Hoffer und Linz.

Entsprechend der Rotation lässt sich für das Freitag-Spiel ein 4-4-2-System erwarten, wie wir es zuvor vom Teamchef kannten. Der Abschlusstest gegen Malta wird jedoch nicht viel mehr Zweck haben, als das Selbstvertrauen mit ein paar Toren aufzutanken (die Motivation, mit der auch die Schweiz gegen Liechtenstein und Rumänien gegen Montenegro antreten) und an noch unschlüssigen Positionen kleinere Experimente durchzuführen.

Hickersberger gibt vor, gegen Nigeria „nicht mit der Formation [zu] spielen, die gegen Kroatien einläuft“. Angesichts ihrer vielen Legionäre pflegen die „Eagles“ den Stil einer europäischen Top-Auswahl – weil es derer bei der Europameisterschaft einige zu schlagen gilt, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem eine österreichische Elf sehen, die der Startaufstellung vom 8. Juni schon sehr ähnlich schaut. Die Bekanntgabe des endgültigen 23-Mann-Kaders erfolgt übrigens zwischen den beiden Spielen am Mittwoch. Wir werden berichten.