Von Politik über Männlichkeit und Weiblichkeit gelangte die Konferenz am Nachmittag zum dritten Thema mit dem Titel „Frauen im Fußball“ ehe Eva Kreiskys Keynote den Abschluss eines sehr interessanten Tages bildete. Sanna Heikkinnen, PhD-Studentin und Fußballspielerin aus Finnland, gab eingangs Einblicke in ihre linguistisch fokussierte Forschungsarbeit und unter anderem den Zusammenhang zwischen dem Alter der Akteure und der athletischen Identität des Fußballspiels, welches sich von einem Spiel mit Freunden über eine soziale Aktivität hin zu einem Wettbewerb entwickle.

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Elisabeth Aufhauser und Rosa Diketmüller von der Universität Wien referierten anschließend über den Frauenfußball in Österreich und stellten sich die Frage, ob die Rekrutierungs- und Förderungsstrategien im österreichischen Fußball zur Sicherstellung sozialer Diversität adäquat sind. Dabei wurde festgestellt, dass sich die heimischen Fußballstrukturen in Punkto Maskulinität/Feminität noch immer im frühen 20. Jahrhundert befinden und sich der Frauenfußball hierzulande nach einer langen Periode der Unsichtbarkeit zwischen den 30er- und 60er-Jahren erst mit der Schaffung einer Frauenliga 1982 bzw. eines Frauennationalteams 1990 etwas Präsenz schaffen konnte. Ungefähr fünftausend Mädchen und siebentausend Frauen seien in Österreich fußballerisch aktiv, das ist jede fünfzigste Frau gegenüber fast jedem dritten Mann. Trotz klarer Fortschritte in den letzten Jahren ist daher eine strukturiertere Entwicklung auf Vereins- und Fußballbundebene samt medialer Promotion nötig, damit die Vereine die Notwendigkeit der sozialen Diversität für eine nachhaltige Klubentwicklung, insbesondere in den Jugendmannschaften, erkennen.

Katherine Sutherland, passionierte Wissenschafterin, Fußballspielerin und Mutter aus Kanada, zeigte abschließend interessante Parallelen zwischen dem Fußball und der Filmindustrie, insbesondere im Vergleich von Fußballern und Schauspieler sowie Stadien und Bühnen. Obwohl die Männlichkeit am Spielfeld durch die Torzelebrierung oder Charakterie wie David Beckham oder Christiano Ronaldo immer wieder unterbrochen wird, seien Frauen am Rasen einer weitaus größeren Homophobie als Männer ausgesetzt und gäbe es auch kein akzeptiertes Image einer weiblichen Fußballspielerin in den Populärmedien.

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