Österreich, Kroatien, Deutschland, Polen – kurzum: es hätte schlimmer kommen können. Das zweite Losglück innerhalb von 8 Tagen macht eine Mini-Chance auf das Viertelfinale, insbesondere in den (fußballrealitätsverschlossenen) Augen zahlreicher rot-weiß-roter Hardcorefans möglich. Zugegebenermaßen, um sich eines sich aufdrängenden Klischees zu bedienen: Deutschland hat mit dieser Gruppe wieder einmal noch mehr Losglück als Österreich, schließlich bekamen sie Österreich als Gegner während Österreich Deutschland zugelost bekam. Deutschland ist übrigens seit 12 Jahren bei Europameisterschaften sieglos, Österreich leider seit Christi Geburt (weiter nach hinten reichen meine gedanklichen Aufzeichnungen leider nicht). Dafür feiern wir nächstes Jahr „30 Jahre Cordoba“, zum einen beim (freundschaftlichen?) Aufeinandertreffen im Februar und zum anderen am D-Day des 16. Juni 2008, wobei insbesondere zweiteres Datum ein willkommener Anlass für ein „Cordoba 2.0“ darstellen würde. Nicht nur, dass dieser ballesterische D-Day (es ist der dritte und damit vielleicht entscheidende Spieltag in der Gruppe B) mit jenem D-Day der Invasion der Alliierten in der Normandie dasselbe Monat, ergo Juni, teilt, auch würde ein dortiger Erfolg den österreichischen Fußball mit den damit vorgefertigten Trainerkarrieren für die designierten Cordoba 2.0-Helden Hiden, Aufhauser oder Kienast auch für die nächsten 30 Jahre lahmlegen.

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Doch bevor diese Herren der Generation Cordoba 1.0 rund um Krankl, Prohaska und Hickersberger (Letzterer ist übrigens der Einzige dem als aktiver Mitbegründer der Erfolge von Cordoba 1.0 und Cordoba 2.0 auf Lebzeiten inneralpiner Weltruhm sicher wäre) den Rang ablaufen, muss noch viel Wasser die Donau hinablaufen, übrigens vom malerischen Schwarzwald unseres Gruppengegners Deutschland bis zum Schwarzen Meer in Rumänien, womit sich der Kreis schließt, schließlich ist Rumänien Teil der sportlich brisantesten Gruppe dieser Europameisterschaft. Diese Ehre teilen sie in Gruppe C mit niemand geringerem als den Niederlanden, Italien und Frankreich, welche sich auf 5 Welt- und 4 Europameistertitel summieren. Während so mancher über diese Horrorgruppe als auslosungstechnische Frechheit klagt, freue ich mich auf eine vollkommen offene und ausgeglichene, höchst attraktive Gruppe, die sich vom langweiligen Weiterkommen der 0815-Favoriten, wie wir es Jahr für Jahr von der Champions League mit den ewig gleichen Viertelfinalisten kennen, positiv unterscheidet. Zur weiteren Auslosung: In Salzburg und Innsbruck freut man sich in Gruppe D über fußballerisch ansprechenden männlichen Besuch sowie (um sich wieder diverser Klischees zu bedienen) optisch ansprechenden weiblichen Besuch aus Schweden, Griechenland und Spanien, dazu noch die in beiderlei Hinsicht schwer einzuschätzenden Russen/Russinnen. Und Co-Gastgeber Schweiz bekommt es in Gruppe A mit Tschechien, Portugal und der Türkei zu tun, wobei insbesondere Letztere für zahlreichen Anhang sorgen dürften.

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P.S.: Um zu den sportlichen Chancen der österreichischen Fußballnationalmannschaft zurückzukommen: realistisch betrachtet gibt es am Ende null Punkte, patriotisch betrachtet gibt es am Ende neun Punkte, insbesondere deren drei aus dem letzten Gruppenspiel gegen unsere deutschen Nachbarn („Wien muss Cordoba werden“). Die Wahrheit wird hoffentlich irgendwo in der Mitte liegen und die Mannen von Teamchef Hickersberger auf den zweiten Tabellenplatz hieven. Auf dass in Wien im Juni mehr Autos mit rot-weiß-roten als mit schwarz-rot-goldenden Fähnchen unterwegs sein werden!

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