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Europameister | kick08
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In&Out: Das war die EM 2008

3. Juli 2008 | the | 7 Kommentare »

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“Was, das soll es gewesen sein?”, werden sich einige fragen. Da hat Kick08.net euch sieben Monate lang auf das historische Ereignis einer Europameisterschaft im eigenen Land vorbereitet - und nach drei Wochen ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Anstatt eines ausschweifenden Rückblicks auf die EM 2008 gibt es an dieser Stelle ein In & Out, wie ihr es vielleicht aus dem Bravo Girl kennt. Nur geht es diesmal um Fußball.

IN

Die jungen Wilden
Andrei Ascharwin, Fernando Torres, Wesley Sneijder, Cristiano Ronaldo und Co: Die Kicker im knackigen Alter haben bei dieser EM bewiesen, dass Fußball spielen Spaß macht. Und wir ihnen gerne dabei zusehen. Die in die Jahre gekommenen Stars aus Italien, Griechenland oder Schweden sahen dagegen im wahrsten Sinne des Wortes alt aus. Verjüngung ist angesagt. Eines der jüngsten Teams hat übrigens … richtig, Österreich!

Offensivkraft
Russland, Holland und Spanien haben es vorgezeigt: Fußballspiele gewinnt Mann wieder mit Offensiv-Fußball. 2004 hieß der Europameister Griechenland, ihr Trumpf im Ärmel war die Abwehr. 2008 sah das anders aus. Und das ist auch gut so.

Kampfgeist
“Ihr Trainer hat ihnen eingeschärft: Ein Fußballspiel ist erst zu Ende, wenn es der Schiedsrichter abgepfiffen hat”, sagte ein ORF-Kommentator über die türkische Mannschaft. Und diese hat sich die Anweisung von Fatih Terim zu Herzen genommen. Nun wissen wir, dass ein Spiel noch nicht entschieden ist, nur weil die Türkei mit 0:2 im Rückstand liegt. Auch die ÖFB-Elf hat ihren Fans gezeigt, dass sie die Spiele gegen Kroatien, Polen und Deutschland gewinnen will. Gereicht hat das leider nicht.

Kick08.net
Eigenlob stinkt bekanntlich. Aber mal ehrlich: Habt ihr von einem anderen EM-Blog gehört, der eine derartige thematische Vielfalt geboten und seinen Leser/innen neben Berichterstattung direkt vom Ort des Geschehens auch scharfsinnige Analysen und satirische Unterhaltung geliefert hat?

Hoffnung
Österreich hat sich mit einem Punkt von der Heim-EM verabschiedet. Und um hier einen Monolog aus “Malcom mittendrin” zu zitieren: “Ich erwarte gar nichts, und bin dennoch enttäuscht.” Trotzdem: Spieler wie Korkmaz oder Prödl, die Aussicht auf einen neuen Trainer und die erfolgreiche Arbeit an der Kondition lassen auf eine besser Zukunft hoffen. Irgendwann. Vielleicht schon bald.

Gerechtigkeit
Europameister darf sich tatsächlich das Team nennen, das konstant den besten und schönsten Fußball gespielt hat (Spanien). Auch deutsches Glück findet einmal sein Ende.

OUT

Die UEFA
Dazu muss wohl nicht mehr viel gesagt werden. Auch der wenig kritische Fan ist mittlerweile genervt von den vielen Vorschriften des europäischen Fußballverbandes. Abgesehen davon agiert der machtvolle Verband, der sich bei jeder Veranstaltung über Millionen-Gewinne freuen darf, bereits wie ein Kaiser im eigenen Reich. Kartenvergabe, Fernsehübertragung, Bier-Sorte, Sponsoring-Politik - darüber wachen die Männer der UEFA. Wer da nicht mitspielt, wird vom Platz verwiesen.

Fankultur 2.0
Aufgrund der Praktiken bei der Kartenvergabe sitzen im Stadion mittlerweile viele Menschen, die sich lieber bei einem Krabbencocktail über die laufenden Geschäfte unterhalten, als ihre Mannschaft auf dem Spielfeld anzufeuern. Die Fernsehkameras sind dabei stets auf Prinz X und Marketingdirektor Y gerichtet - Fußball findet im neuen Jahrtausend auf den VIP-Tribünen statt. Otto Normalverbraucher darf indessen in den offiziellen Fanzonen Bier um 4,50, Schminkstifte und UEFA-Maskottchen kaufen. Stimmt der Umsatz nicht, soll den Fußballfan am besten das schlechte Gewissen plagen: “Wirte klagen über…” war wohl die häufigste Schlagzeile im Umfeld der Heim-EM.

Sportjournalismus
Im ORF-Studio treffen sich Jogl und Andi, Boris Jirka begrüßte Hans Krankl mit den Worten: “Hier kommt der Trainer meines Herzens.” Auch wenn die goldene Regel der Distanz zwischen Journalist/innen und Personen des öffentlichen Lebens vielleicht im Sport weniger wichtig ist, sollte man als Fernsehzuschauer/in dennoch nicht das Gefühl haben, dass Moderator und Interviewpartner am Vorabend zusammen im Heurigen gesessen sind. Kritische Fragen waren in der EM-Berichterstattung genauso häufig wie Schüsse aufs Tor von Roland Linz.

Klischees
Die spanische Mannschaft bestand bei dieser EM aus Stierkämpfern, die Italiener tranken bitteren Prosecco und die Deutschen waren wie immer gründlich, ordentlich und tugendhaft. Männer saßen auf der Couch und tranken literweise Bier, Frauen wandten sich genervt vom Fernseher ab oder tanzten halbnackt durch die Stadien. Und ärgerten sich über den Schnauzbart von Luca Toni. So bitte nicht.

Ärger
Fans der italienischen und französischen Mannschaft hatten bei dieser EM wenig zu lachen. Der Weltmeister verabschiedete sich nach dem Viertelfinale, der Vize-Meister bereits in der Vorrunde. Auch die Begeisterung für die portugiesische Mannschaft musste all zu früh sterben - und die Hoffnung der deutschen Fans auf einen Titel wurde abermals enttäuscht. Fußball kann weh tun.

Skandal - euer wichtigstes In oder Out fehlt in dieser Aufzählung? Nur zu, bitte hier posten!

Fotoshow: EM-Finale im Stadion

30. Juni 2008 | LAN | 1 Kommentar »

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Fotos: Roland Neubauer, LAN/kick08.net

Fotoshow: EM-Finale in der Fanzone

30. Juni 2008 | LAN | Kein Kommentar »

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Fotos: LAN/kick08.net

Unser Auflaufkind Nadine ist bereit fürs Finale!

29. Juni 2008 | LAN | 7 Kommentare »

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Nur noch wenige Stunden bis zum Ankick im EM-Finale zwischen Deutschland und Spanien! Nadine und die 21 weiteren Auflaufkinder aus ganze Europa sind schon am Üben für das Einlaufen und die Siegerehrung…

Schweini, Klose, Lahm eiskalt - Deutschland im Finale

26. Juni 2008 | cdw | 38 Kommentare »

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Gewitter über Mitteleuropa legten die Fernsehübertragung lahm, nicht aber die Deutschen. Mit einer großen Ton-Bild-Verzögerung traf Miroslav Klose in der 79. Spielminute nach einem Patzer von Rüstü zum zwischenzeitlichen 2:1 für Deutschland.  Zuvor und in der ersten Hälfte hatten die Türken das Spiel gemacht, die deutsche Abwehr agierte weitgehend überfordert und wurde bereits in Minute 22 bitter bestraft: Ugur Boral ließ Lehmann denkbar schlecht aussehen und stolperte den Ball zum 1:0 ins Tor. Praktisch im Gegenzug hatten die Deutschen Erfolg und lieferten einen Vorgeschmack, wie effizient sie im Laufe der Partie noch agieren sollten: Podolski brachte Schweinsteiger ideal ins Spiel, der spitzelte den Ball zum Ausgleich ins Tor (26.).

Nach der etwas glücklichen Führung der Deutschen gut zehn Minuten vor Schluss reagierten die Türken vorerst gelähmt, fanden dann aber zurück ins Spiel. Die Last-Minute-Knipser dieser Euro wurden ihrem Namen vollends gerecht: Semi Sentürk (86.) brachte die Türkei zurück ins Spiel. Wiederum sah die Deutsche Abwehr denkbar schlecht aus, darunter auch Philipp Lahm, den ein Türke vor dem Ausgleichstreffer schwindlig gespielt hatten. Dieser Philipp Lahm aber, der in der 51. von Sabri elfmeterreif aber unbestraft gefoult worden war, nahm sich darauf ein Herz und erzielte eines der schönsten Tore dieser Euro: Der Außenverteidiger ging in der 90. Spielminute nach vorne mit, spielte ab, ging in den Raum, wurde angespielt und vollstreckte von links kommend unhaltbar ins kurze Eck. Genial! Drei Minuten später war Deutschland im Finale. Ich wage zu behaupten, dass wir gestern bereits den Europameister gesehen haben! Die Türken sind draußen, ihr Glück hat ein verdientes Ende genommen.

Schweinigeil, das Bruderduell und der Pott

23. Juni 2008 | cdw | 11 Kommentare »

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Schweinsteiger, Klose, Ballack - diese drei Herren schossen Deutschland gegen Portugal ins Halbfinale - und nicht zuletzt diese drei Herren sollen am Mittwoch auch gegen die Türkei den Sieg bringen. Die “Bild-Zeitung” titelte am Freitag jedenfalls “Schweinigeil” und forderte gleich den Pott. Der liegt für Deutschland zum Greifen nahe, die Stimmung ist gut - auch im Leipziger Plattenbau (siehe Foto). Als Schweini das 1:0 gegen die Portugiesen erzielte, wartete ich am Dresdener Postplatz gerade auf die Tramway. Aus den vielen Lokalen dröhnte der Jubel, die ganze Stadt war auf den Beinen, an der Elbe gab es Public Viewing, in der schicken Neustadt feierte man den Sieg unter freiem Himmel. Dass es jetzt gegen die Türken geht, ist den Deutschen aber nicht wirklich recht. Zuviel Glück hätten sie gehabt, vor allem im Spiel gegen Kroatien, meinten Jugendliche in der Straßenbahn. Die Stimmung Mittwochabend in Basel wird jedenfalls weniger geladen sein als in Kreuzberg, Wedding oder Neukölln. Und auch in der Dresdner Alaungasse wird der Türke ums Eck mit den Deutschland-Fahnen, die den Eingang zu seinem Lokal zieren, irgendwie unglaubwürdig. Ob er sie vor dem Bruderduell austauschen wird?

Drei Menschen, die einen Europameister Holland verhindern werden

20. Juni 2008 | LAN | 17 Kommentare »

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Gemäß rd. 80% der Teilnehmer unserer letzten Umfrage spielten die Niederlande bislang des schönsten Fußball des Turniers, für die Buchmacher sind die Holländer mittlerweile der heißeste EM-Favorit und auch bei unserer aktuellen Umfrage nach dem Europameister führen die Oranjes die Wertung klar an. Wer soll also nach den eindrucksvollen Vorstellungen in der Gruppenphase einen designierten Europameister Niederlande noch verhindern können? kick08.net liefert wie immer die Antwort: drei Menschen werden dafür sorgen, dass die Truppe von Marco van Basten wieder einmal die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllen und qualvoll am Titel vorbeischrammen wird…

Niederländischer Misserfolgsgarant #1: Guus Hiddink und die Russen

Wahrscheinlich kennt kein Trainer dieser EM den niederländischen Fußball besser als Guus Hiddink, nicht einmal Hollands aktueller Trainer van Basten. Drei Jahre lang war der Niederländer Hiddink selbst Bondscoach und scheiterte mit einer jungen niederländischen Mannschaft sowohl im EM-Viertelfinale 1996 als auch im WM-Halbfinale 1998 erst unglücklich im Elfmeterschießen. Zuvor holte Hiddink in seinen ersten vier Jahren als Cheftrainer des PSV Eindhoven übrigens nicht weniger als drei Meistertitel, drei Pokalsiege und einmal den Europapokal der Landesmeister. In den Jahren 2003 bis 2006 sollte Hiddink wiederum beim PSV Eindhoven eine ähnliche Erfolgsbilanz aufweisen - drei Meistertitel, ein Pokalsieg und ein unglücklich verlorenes Champions League Halbfinale verbuchte der Erfolgscoach wiederum innerhalb von vier Saisonen. Dazwischen schaffte es Hiddink als Nationaltrainer Südkoreas den bislang bei Weltmeisterschaften sieglosen Underdog bei deren Heim-WM zum sensationellen vierten Platz zu führen und feierte dabei unter anderem Siege gegen die Fußballgroßmächte Portugal, Italien und Spanien. Vier Jahre später gelang Hiddink wieder mit einem Underdog eine WM-Überraschung als er Australien ins Achtelfinale der WM 2006 brachte, ehe er gestern seine sensationell aufspielenden Russen in das Viertelfinale dieser Europameisterschaft hievte. Hiddink überstand damit im fünften Versuch bereits zum fünften Mal die Gruppenphase eines Fußball-Großereignisses und wird das spielerisch großartige, junge russische Nationalteam perfekt auf den Viertelfinalgegner Niederlande einstellen. Niemand kennt den niederländischen Fußball und dessen oranges Flagschiff besser als Guus Hiddink, der mit einer weiteren Sensation dafür sorgen wird, dass sich am Samstag zumindest ein Holländer über das Ergebnis freuen kann, nämlich er.

Niederländischer Misserfolgsgarant #2: Luca Toni und die Italiener

Sollten die Niederlande entgegen meiner Prognose doch nicht an Guus Hiddink scheitern, so werden sie es spätestens im Halbfinale bereuen, dass sie im letzten Gruppenspiel den Rumänien nicht den Sieg geschenkt und sich damit die Italiener erspart haben. Die Italiener, die im Gegensatz zum Gruppenspiel gegen die Niederlande ihre Abwehr stabilisieren und ihre Konteranfälligkeit reduzieren konnten. Die Italiener, die sich als Turniermannschaft bislang von Spiel zu Spiel steigern konnten und dank ihrer Stützen Buffon, Zambrotta, Gattuso und Pirlo schön langsam wieder das Weltmeisterschaftsniveau erreichen. Und vor allem die Italiener, bei denen sich Luca Toni nicht nur weiterhin Chance um Chance herausspielen wird, sondern bei denen Luca Toni spätestens im Halbfinale seine akute Abschlussschwäche gegen ein Torfestival, wie er es mit seinen 39 Toren in 46 Pflichtspielen für die Bayern in der abgelaufenen Saison am Fließband produziert hat, eintauschen wird.

Niederländischer Misserfolgsgarant #3: Michael Ballack und die Deutschen

Turniermannschaft, die Zweite. Wer Deutschland nach den enttäuschenden Gruppenspielen abgeschrieben hat, wurde spätestens nach dem heutigen Erfolg gegen die hochgehandelten Portugiesen wieder einmal Lügen gestraft. Ebenso wie Österreich und Deutschland verbindet auch die Niederlande eine fußballerische Rivalität mit den Deutschen, welche in diesem Fall sogar auf Gegenseitigkeit beruht und annähernd auf fußballerischer Augenhöhe besteht. Ebenso wie Österreich haben aber auch die Niederlande bereits ihr Cordoba, bzw. genauer gesagt ihr Hamburg, verbraucht, nämlich mit einem 2:1-Erfolg im EM-Halbfinale gegen Gastgeber Deutschland, auf welchen damals auch der bislang einzige EM-Titel der Oranjes folgen sollte, der ein ebensolches Einzelereignis wie der österreichische WM-Streich 1978 bleiben wird. Dass dem auch so sein wird, dafür wird nicht nur die deutsch-polnische Tormaschine Podolski/Klose und der seine Spiel- und Torabschlussfreude wiedergewonnenen Bastian Schweinsteiger, sondern insbesondere Kapitän Michael Ballack sorgen: Egal ob sein Freistoßtor zum entscheidenden 1:0 gegen Österreich oder sein Kopfballtor samt vorausgehendem hinterhältigem Schubser des Gegenspielers zum entscheidenden 3:1 gegen Portugal - Ballack macht die Big Points, Ballack beherrscht sowohl Torvorlage als auch Torabschluss und Ballack ist nach dem unglücklich verlorenen diesjährigen Champions League Finale heißer auf einen Titel als jeder andere Akteur in einem Finale zwischen Deutschland und den Niederlanden. Sollte es soweit kommen, wird spätestens hier der niederländische Europameistertraum ausgeträumt werden.

Fotos: LAN/kick08.net

Wien, der Weltmeister ist da!

17. Juni 2008 | LAN | 18 Kommentare »

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Elf bzw. zehn Franzosen an die Wand gespielt, Chance um Chance herausgeholt, zwei Mal getroffen und nebenbei noch ein “Grazie” an die Niederlande geschickt: Italien ist im Viertelfinale und mit ihnen insbesondere der beste Torhüter der Neuzeit, der charismatischste Kettenhund der Welt und der bislang größte Chancentod der EM, dem in den Finalspielen endlich der Knoten aufgehen wird.

Wien wird Berlin! Forza Azzurri - Campioni del Europa 2008!

Italienische Hiobsbotschaft

2. Juni 2008 | LAN | 1 Kommentar »

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Kaum betrat der regierende Weltmeister heute österreichischen Boden, ging Fabio Cannavaro sogleich auch zu Boden - für “il capitano” ist die EM damit beendet bevor sie begonnen hat, ein Pressball im ersten Training bedeutete einen doppelten Bänderriss. Schmerzhaft nicht nur für Cannavaro, sondern für die gesamte italienische Fußballseele. Ob die Squadra Azzurra diesen Ausfall verkraften kann ist zu bezweifeln, schließlich war Vizerekordnationalspieler Cannavaro jahrelanger Dirigent im besten Abwehrorchester der Welt, wurde vor zwei Jahren als erster Innenverteidiger überhaupt Weltfußballer sowie Europas Fußballer des Jahres und schaltete sich mit seiner Dynamik auch gelegentlich ins Offensivspiel ein, wie insbesondere der legendäre Vorstoß zum 2:0 gegen Deutschland im letzten WM-Halbfinale eindrucksvoll beweist. Umso bedauerlicher, dass wir auf solche denkwürdigen Fußballmomente des wahrscheinlich besten Verteidigers der Gegenwart in den kommenden Wochen verzichten müssen…

Warum im Jahr der Rekordmeister Deutschland als Rekordeuropameister Europameister wird

4. Mai 2008 | LAN | 7 Kommentare »

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Rapid Wien ist österreichischer Meister. Soweit nichts besonderes, schließlich schmückt sich Rapid gemäß offizieller Zählweise der Bundesliga schon länger mit dem Prädikat “Rekordmeister” und konnte demzufolge dieses Jahr bereits zum 32. Mal den Titel in der höchsten österreichischen Spielklasse feiern. Blickt man zu unseren deutschen Nachbarn offenbart sich ein ähnliches Bild, schließlich kann dort der FC Bayern München als Rekordmeister heute drei Runden vor Schluss vorzeitig den 20. Titel der Vereinsgeschichte fixieren. Dasselbe Bild in Spanien: Dort führt das Weiße Ballett von Real Madrid vier Runden vor Schluss mit zehn Punkten Vorsprung praktisch uneinholbar die Tabelle an und wird den 30 bisherigen spanischen Meistertiteln noch einen weiteren hinzufügen.

In Italien wird Inter Mailand zwar erst den 16. Meistertitel feiern, doch auch hier überraschte und überzeugte vor allem Rekordmeister Juventus Turin, indem die Bianconeri als Aufsteiger auf Anhieb einen Champions League Platz erreichen konnten. Im Mutterland des Fußballs wird aller Voraussicht nach Manchester United seinen insgesamt 17. Meistertitel holen und damit noch vehementer an der historischen Vorherrschaft von Liverpool rütteln. Während die Reds nämlich den letzten ihrer insgesamt 18 Titel im Jahr 1990 feiern konnten, konnte der designierte Rekordmeister aus Manchester seit 1993 zehn von 16 möglichen Meisterschaften erringen. Eine ähnliche Wachablöse steht übrigens in Frankreich bevor: Dort setzt die Mannschaft des Jahrzehnts, Olympique Lyon, ihren unglaublichen Erfolgslauf seit 2002 fort, bei welchem dieses Jahr der siebente Meistertitel in Folge erreicht wird, und wird bei anhaltendem Siegeszug in drei Jahren zu den zehn Meistertiteln des seit 1981 chronisch erfolglosen Rekordmeisters AS Saint Etienne aufgeschlossen haben.

Wie man sieht konnten/können in den fünf Topligen Europas zwei Mal ebenso wie in Österreich die Rekordmeister einen weiteren Titel erringen, zwei Mal die designierten Rekordmeister und Mannschaften des aktuellen Jahrzehnts triumphieren und ein Mal ein Rekordmeister als Aufsteiger auf Anhieb in die Champions League Ränge vorstoßen. Doch was bedeutet dies für die Europameisterschaft? Zum einen zeigt sich anhand dieser Rekordmeistererfolgsbilanz, dass im modernen Fußball die erfolgreichsten Klubs auch die erfolgreichsten Klubs bleiben und sich immer öfter die Favoriten, welche nicht selten auch über die beste finanzielle Ausgangsposition und damit die vermeintlich besten Spieler verfügen, durchsetzen. Zum anderen zeigt ein Blick auf die Ahnentafel der Fußballeuropameisterschaften, dass Deutschland sowohl was die Anzahl der Titel (nämlich drei) als auch was die Platzierung in der ewigen Tabelle (nämlich Rang eins) betrifft an der Spitze steht. Und nicht wenig spricht für den Rekordeuropameister Deutschland als Europameister 2008: ein junges, modernes, turniererfahrenes, eingespieltes Team; eine souveräne EM-Qualifikation; vermeintliches Losglück bis ins Finale; ein Sturmduo Klose/Gomez, um das die Deutschen tatsächlich ganz Europa beneidet; ein nervenstarker Oldie im Tor; ein in Traumform befindlicher Michael Ballack als Kapitän und torgefährlicher Spielgestalter; modernes, ausgeglichenes und international erfahrenes Spielermaterial in Mittelfeld und Verteidigung; massenweise Unterstützung der von der Weltmeisterschaft noch euphorischen Fans. Dies also neben der Rekordeuropameisterprophezeiung als einige weitere Gründe für ein bevorstehendes weiteres deutsches Sommermärchen…

Fotos: LAN/kick08.net