Schweinsteiger, Klose, Ballack – diese drei Herren schossen Deutschland gegen Portugal ins Halbfinale – und nicht zuletzt diese drei Herren sollen am Mittwoch auch gegen die Türkei den Sieg bringen. Die „Bild-Zeitung“ titelte am Freitag jedenfalls „Schweinigeil“ und forderte gleich den Pott. Der liegt für Deutschland zum Greifen nahe, die Stimmung ist gut – auch im Leipziger Plattenbau (siehe Foto). Als Schweini das 1:0 gegen die Portugiesen erzielte, wartete ich am Dresdener Postplatz gerade auf die Tramway. Aus den vielen Lokalen dröhnte der Jubel, die ganze Stadt war auf den Beinen, an der Elbe gab es Public Viewing, in der schicken Neustadt feierte man den Sieg unter freiem Himmel. Dass es jetzt gegen die Türken geht, ist den Deutschen aber nicht wirklich recht. Zuviel Glück hätten sie gehabt, vor allem im Spiel gegen Kroatien, meinten Jugendliche in der Straßenbahn. Die Stimmung Mittwochabend in Basel wird jedenfalls weniger geladen sein als in Kreuzberg, Wedding oder Neukölln. Und auch in der Dresdner Alaungasse wird der Türke ums Eck mit den Deutschland-Fahnen, die den Eingang zu seinem Lokal zieren, irgendwie unglaubwürdig. Ob er sie vor dem Bruderduell austauschen wird?