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Ein Gastbeitrag von Elisabeth und Katharina Hasewend

Manchmal hat man den Eindruck, der österreichische Fußball und seine Fans hätten einander wahrlich verdient. Analog zu den Ereignissen auf dem Platz in der Anfangsphase des Matches, stellte sich auch in Bezug auf die uns umgebenden Fans die Kompetenzfrage. Denn abgesehen davon, dass wir das “Glück” hatten, neben vier deutschen Fans zu sitzen (wäre es übertrieben, von einem schlechten Omen zu sprechen?), hielt der Besucher neben uns den österreichischen Tormann offenbar für einen “Matscho” und unweit davon wurden österreichische Fans (solche, die diese Bezeichnung auch tatsächlich verdienten) eher unfreundlich dazu aufgefordert, sie mögen sich während des Spiels doch setzen. Eine sehr verständliche Forderung für halbinteressierte Kaffeehaussitzer- wo kämen wir auch hin, wenn das alle so machen würden?

Mit der Leistung der “schlechtesten Mannschaft der EM” verbesserte sich in der zweiten Halbzeit aber auch die Stimmung auf den Tribünen und die österreichischen erzeugten gemeinsam mit den kroatischen Fans eine Atmosphäre, die einer Heim- EM durchaus würdig war. Trotz aller Emotionalität blieb das Verhalten aller Fans aber durchwegs fair. Es gab von beiden Seiten keine Pfiffe währen des Spielens der Nationalhymnen (sondern freundlichen Applaus danach) und keine Zusammenstöße nach dem Spiel rund um das Stadion. Es wäre schön, würde die ganze Euro so friedlich ablaufen.

Für zusätzliche positive Stimmung zwischen Österreichern und Kroaten sorgte “Ivo”, der anscheinend zum Träger vieler österreichischer Euro-Hoffnungen geworden zu sein scheint: in die schon in der 1. Halbzeit fordernden “Ivica Vastic”-Rufe stimmten auch die Fans aus Vastics Heimatland begeistert mit ein. Überhaupt ist es bemerkenswert, dass auch der zweite von den Österreich-Anhängern besonders lautstark unterstützte Spieler Migrationshintergrund hat: “Käfigkicker” Ü-Ü-Ümit Korkmaz. Soll noch einmal wer sagen, Fußball trägt nichts zu Toleranz bei!

Erwähnenswert auch, dass man sich vor Spielbeginn fragen musste, ob das von der UEFA aufgezogene Spektakel nicht eher dem Stile des in Blickweite liegenden Praters entsprochen hätte als einem Fußballereignis, hat man sich doch diverse Entertainment- Aktivitäten überlegt und diese, um dem ganzen den letzten Schliff zu verpassen, mit Qualitätsmusik à la Gigi d`Agostino unterlegt. Sehr spannend zum Beispiel die Frage: Welches Publikum der EM schafft es, ein großes JVC-Fußball-Transparent am schnellsten von einer Leinwand zur anderen zu befördern? Wahnsinn: neuer Rekord im Ernst-Happel-Stadion! Dazu noch eine auf Zufall basierende Auswahl derer, die ins Stadion dürfen (statt beispielsweise Fanklub- oder wenigstens Dauerkartenbesitzern der verschiedenen österreichischen Vereine ein gewisses Kartenkontingent zur Verfügung zu stellen) und die Durchkommerzialisierung aller mit Fußball in Zusammenhang stehenden Bereiche: Dass der Fan und der Fußball selbst nicht mehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, vermag kaum zu verwundern, hinterlässt bei richtigen Fußballfans aber dennoch Bitterkeit.

Wieder einmal war es das Ergebnis, das einen emotionalen Abend für ziemlich ausgepowerte rot-weiß-rote Fans doch noch zur Enttäuschung werden ließ. Bleibt aber zu hoffen, dass aufgrund der kämpferisch und phasenweise auch spielerisch tollen Leistung der Österreicher trotzdem die viel zitierte “Europhorie” das Land nun auch endgültig erwischt hat. So also doch noch ein positives Fazit: Wenigstens kann jetzt keiner mehr sagen, Österreich ist zu Unrecht dabei- und wir haben fürs überteuerte Carlsberg letztlich nur je 1€ bezahlt, Becher-Einsammeln sei Dank…