Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00ae177/kick08/wp-content/plugins/polls/polls.php on line 622

Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00ae177/kick08/wp-content/plugins/polls/polls.php on line 632

Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00ae177/kick08/wp-content/plugins/contact-form-7/wp-contact-form-7.php on line 71

Österreich

Österreich

Länger war es leider nicht mehr hinauszuzögern.

Sicher, die diesjährige Entwicklung des Teams kann mit einiger Überredungskunst als Aufwärtstrend durchgehen. Nach allem, was wir seit Einführung der Torlatte 1875 über Fußball erfahren haben, ist die Chance Österreichs auf den Titel (euphemistisch ausgedrückt) sehr bescheiden. Ja, auch bei Europameisterschaften redet das Phrasenschwein mit: Alles ist möglich. Griechenland war möglich und auch Dänemark. Doch sehen wir der Realität in ihre trüben Augen: Schon für einen Viertelfinaleinzug wäre nicht nur eine große Portion Glück notwendig, sondern vor allem eine Mannschaft, die sich anders präsentiert als bei den zwei Siegen, sieben Remis und sieben Niederlagen seit Anfang des Vorjahres. Der eingeschlagene Weg, taktische Varianten auszuprobieren, moderne Trainings- und Analysemethoden zuzulassen, ist vermutlich der richtige. Aber er ist noch lange nicht bis zu einem befriedigenden Ziel begangen. Heute befinden wir uns in dieser seltsamen Situation zwischen den Stühlen. Es könnte etwas gehen, wir hoffen und verstecken unser Raunzertum für ein paar Tage hinter flatternden Autofahnen. Trotzdem: Die Aussicht auf einen Österreicher, der am 29. Juni den Pokal in den Wiener Nachthimmel streckt, ist ähnlich hoch, wie jene eines Deutschen auf einen gelungenen Witz. Und damit hätten wir auch schon das Stichwort.

Deutschland hat die größten Chancen auf den Turniersieg.

So wie die englische Liga momentan die stärkste ist, das Nationalteam aber neidisch auf die Weltelite blickt, verhält es sich bei Deutschland genau umgekehrt. Bayern strauchelte als Nummer-1-Anwärter auf den diesjährigen UEFA-Cup schon gegen Getafe und versank endgültig gegen St. Petersburg. In der Champions League hatten die deutschen Klubs nicht nur gegen ihre Kollegen aus England, Spanien und Italien keine Chance, sondern konnten sich mit Ausnahme Schalkes nicht einmal gegen Teams aus Griechenland oder Schottland durchsetzen. In der Auswahl überzeugen die Deutschen aber weiterhin. Unter anderem, weil sie noch vom Sommermärchen zehren. Weil sie dank schnörkellosem Kraftfußball eiskalt zuschlagen, wie sie uns im Februar in Wien gelehrt haben. Weil sie besser auf Ergebnis spielen können, als der Hauptteil der Konkurrenz. Weil, man kann es nicht oft genug wiederholen, Deutschland an der Aufgabe wächst und zwar mit jedem Turnierspiel. Weil sie im Sturm besetzt sind, wie kaum eine andere Nation und neben Klose auch Gomez in bester Form ist. Weil Ballack nach wie vor einer der komplettesten Spielgestalter der Welt ist. Weil sie in die leichteste Gruppe gelost wurden und auch in der K.O.-Phase unangenehmere Aufgaben erwischen könnten. Weil Löw erfolgreich an die Umstrukturierung Klinsmanns anknüpfen konnte und den ungebrochenen Respekt seiner Mannschaft genießt. Vor allem aber weil es für den Rekordeuropameister wieder Zeit wird. Seit 1996 wartet der große Nachbar auf einen Titel, so lange wie seit 1972 nicht mehr.

Foto Copyright: gibarian - under Creative Commons License