Beim Durchforsten findet man so allerlei interessante Artikel. So zum Beispiel bei einem renommierten Schweizer Fußballmedium: Dort wurden die Aufstiegschancen der Österreicher, der Deutschen, der Polen und der Kroaten bewertet, kurzum, die Aufsteiger der Gruppe B wurden prozentuell beziffert. Das Ergebnis lässt sich sehen:

Die Deutschen bekommen 95%. Klar, unsere Nachbarn sind der Favorit in der Gruppe, aber die Ergebnisse ihrer letzten Endrundenteilnahmen bei Europameisterschaften sind doch sehr bescheiden. Das Favoriten mitunter auch schon sehr früh scheitern, beweisen die Spanier in Serie. Was die 95% stützt wird wohl sein, dass die Deutschen das einzige Top-Ten-Team der Gruppe B sind. Aber Fußball bleibt eben immer noch Fußball, und der macht vor allem bei Großveranstaltungen nicht immer das, was andere von ihm erwarten. Dennoch, stark werden unsere Nachbarn sicher sein, denn beim großen Rivalen die EURO zu gewinnen wird sicher noch eine zusätzliche Motivation zu den 250.000 Euro Siegesprämie für den Titelgewinn sein.

Die Kroaten bekommen von unseren Kollegen immerhin eine 50:50-Chance. Der nominell gute Kader lässt hoffen – die kroatischen Medien sprechen vom besten Kader seit 1998 -, doch schon oft waren Endrundenteilnahmen auch ein gewaltiger Schuss in den sprichwörtlichen Ofen. Bitter wird sicher der Ausfall von Eduardo Alves da Silva, dem kroatischen Torgaranten. Da wird auch das disziplin-basierte System von Bilic nicht helfen.

WIr Österreicher belegen mit 35% den dritten Platz. Aus dem Text kann man allerdings schon heraus lesen, dass die Schweizer mit dieser Prognose eher vorsichtig umgehen. Sie bemerken, dass wir durchaus gute Legionäre und vor allem gute Neo-Legionäre (Prödl, Fuchs usw.) haben. Was für uns spricht ist also die sympathische Bescheidenheit im Vergleich zu unseren „arroganten“ Gegnern (Kroatien nennt uns zum Beispiel eine „Lachnummer“, die Deutschen fragen sich, warum sie den Pokal nicht gleich bekommen), dass keiner mit uns rechnet und natürlich: der Heimvorteil.

Die Polen haben immerhin noch eine zwanzig-prozentige Chance. Trotz legendärem Trainer und einiger nominell guter Spieler – vor allem Torhüter Boruc könnte zur Wunderwaffe werden – trauen die Eidgenossen den Polen wenig zu. EIn Punkt ist hier entscheidend: Wer soll die Tore schießen? Eine etwas dubiose Werbung in Deutschland könnte die Rot-Weißen allerdings motivieren: Deutschen Fans wurde ihr Van auf dem Weg zum Großereignis gestohlen, unter der hinweisenden Einblendung „Deutschland – Polen; 8. Juni“.

Eine Gruppe die durch diverse Rivalitäten also große Spannung und noch mehr Emotionen erwarten lässt. Wer hier am Ende die Nase vorne haben wird, werden wir allerdings erst in ein paar Wochen sehen.

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