Das südlichste Bundesland Österreichs ist eigenartig. Hier schaltet und waltet ein gefallener Populist gleich eines Fürsten. Hier spricht man in einem Dialekt, welcher so klingt als würden dessen Träger sich stetig in einem alkoholbedingten Rauschzustand befinden. Hier beherrscht die leidige Ortstafelfrage nicht nur die engstirnigen Geister von „mir san mir“-Stammtischlern – für sich schon peinlich genug.

Doch Kärnten ist nun einmal eigenartig. Und diese Eigenart führt nur allzu häufig zu Provinzpossen, bei denen der Grat zwischen hämischen Lachen und mitleidsvollen Blicken ein schmaler ist. Jüngstes Beispiel ist eine gestern gestartete Plakat-Kampagne, welche den Besuchern dieses eigenartigen Bundeslandes vermitteln sollte, dass der Start der EM bloß noch ZWEI Monate entfernt sei. Nicht nur die Uhren scheinen in Kärnten anders zu ticken, auch die Kalender dürften im eigenartigen Kärnten ihre Eigenarten haben. Wie anders könnte man erklären, dass am 7. Mai 2008, genau EINEN Monat vor dem Start der Europameisterschaft, die bereits angesprochene Kampagne startete? Machen sie dies mit Absicht, die eigenartigen Kärntner, um ihre Eigenart zu unterstreichen? Oder haben die Verantwortlichen einfach ein sehr, sehr schlichtes Gemüt?

Wäre es nicht um einiges klüger mit dem Ausmalen von Malbüchern anzufangen und erst wenn alles klappt, wenn alles wirklich perfekt geklappt hat, auf große Plakate umzusteigen?