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Der erste Eindruck ist nicht immer der richtige. Manchmal ist es der letzte. Und der macht den russischen Fans angst und bang für die nahe Zukunft, die bekanntlich große Ähnlichkeit mit der Europameisterschaft hat. Die beiden letzten Qualifikationsspiele endeten nämlich mit einer blamablen 1:2-Niederlage gegen Israel und einem hart erkämpften 1:0-Sieg bei Andorra, das zuvor bei einer Tordifferenz von 2:41 hielt. Nicht grundlos sprachen also die russischen Medien von einem Wunder, das die Sbornaja zur Endrunde geleitete. Dieses Wunder gelang aber nur, weil die englische Elf daheim gegen Kroatien patzte und sich entschied, das heurige Turnier sicherheitshalber auszulassen. Im bisher einzigen Vorbereitungsmatch unterlagen die Russen Rumänien mit 0:3.

Lediglich vier Legionäre berief der umtriebige Teamchef Guus Hiddink in seinen Kader. Und der Vergleich macht sicher: Sie stehen nicht höher im Kurs als die österreichischen Auslandskicker. Alexei Smertin wird sich mit seinem Arbeitgeber FC Fulham anders als Emanual Pogatetz aus der Premier League verabschieden müssen. Ähnlich sollte sich Iwan Sajenko nach einem neuen Verein umsehen, will er mit dem Club aus Nürnberg nächste Saison nicht in der 2. Bundesliga weitermachen (anders etwa als Weissenberger mit Frankfurt). Lediglich Marat Ismailow konnte mit Sporting Lissabon Roland Linz’ Heimverein Braga distanzieren und Wiktor Budjanskis Udinese hat ein paar Punkte mehr zusammentragen als György Garics und der SSC Napoli. Das restliche Aufgebot setzt sich aus Spielern der mäßig erfolgreichen Premjer-Liga zusammen, die vor allem von den Hauptstadtklubs Lok, Dynamo, Spartak und ZSKA sowie Zenit St. Petersburg gestellt werden. Weil auch die Fußballwelt nicht zu viele Wunder zulässt, wird Russland nach der Vorrunde ganz bestimmt wieder heimfahren. (Und auch ihre Fans, nachdem sie Salzburg von Mozartkugeln leergekauft haben.)

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