Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00ae177/kick08/wp-content/plugins/polls/polls.php on line 622

Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00ae177/kick08/wp-content/plugins/polls/polls.php on line 632

Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00ae177/kick08/wp-content/plugins/contact-form-7/wp-contact-form-7.php on line 71

Dienstag und Mittwoch fand am Wiener Universitätscampus eine zweitägige, vom Referat für Genderforschung der Universität Wien und Kompetenzzentrum für Sozialarbeit der FH Campus Wien veranstaltete internationale Konferenz zum Thema der Geschlechterkonstruktionen im Fußball statt. kick08.net war am ersten Veranstaltungstag dabei und gibt an dieser Stelle einen ausführlichen Rückblick auf die unterschiedlichen Panels, beginnend mit jenem zum Thema “Fußball und Politik”.

Als erster Referent stellte Georg Spitaler, seines Zeichens Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, Ballesterer-Redakteur und Buch-Autor, fest, dass die österreichischen Politiker wahrscheinlich nicht unglücklich über die selbst auferlegte einmonatige Parlamentspause während der EM seien und gab einen Einblick in die Interaktionen zwischen Fußball und Politik. Fußballstars als Politikonen, als Beispiel diente hier die öffentliche Konfrontation Lilian Thurams mit Nikolas Sarkozy, seien in Österreich noch ungewöhnlich, die Verwendung von Sportmetaphern in der Politik, die Präsenz von Politikern in den Vereinen sowie bei den Spielen und den Sport selbst ausübende Politiker treten jedoch aufgrund der Popularität und Medienpräsenz des Fußballs häufiger zutage. Silvio Berlusconi als Inbegriff der Verschmelzung von Politik und Fußball durfte hier ebensowenig fehlen wie die heimischen Inszenierungen Haiders als Klagenfurter Fußballpräsident oder Straches mit Österreich-Fanschal im Parlament. Genderthematisch wurde außerdem festgestellt, dass die Fußballkompetenz weiblicher Politikerinnen oftmals im Vorhinein in Frage gestellt wird während ihre männlichen Kollegen, welche den Fußball übrigens auch intensiv zum Networken nützen, diesbezüglich idR keine Probleme haben.

2008-04-15-um-10-23-08_620.jpg

Limor Afori und Tamar Katriel von der Universität Haifa aus Israel präsentierten im zweiten Vortrag die späte und zaghafte Entwicklung des israelischen Mädchen- und Frauenfußballs. Die wissenschaftliche Tätigkeit mit den Protagonistinnen einer im TV als Serie verfolgten Mädchenmannschaft brachte hierbei den dynamischen Charakter und die Liebe zum Sport als Hauptmotive der Mädchen zutage. Darüber hinaus wird der Fußball als willkommene Gelegenheit zur Aggressionsausübung im Zuge eines sportlichen Wettkampfes gesehen. Überraschend die Aussagen der Mädchen, dass diese im Spiel männlich und außerhalb des Spiels weiblich agierten, schließlich vertrage sich laut den Studienautorinnen Fußball und Weiblichkeit nicht. Die Bedeutung des Sports als Oppositionsinstrument zur Durchsetzung feministischer Behauptung gegenüber Genderstereotypen darf jedoch nicht übersehen werden.

Zuletzt zeigten Jakob Rosenberg und Kenneth Horvath von der Universität Wien erste explorative Erkenntnisse ihrer Forschungsarbeit zu den Mondiali Antirazzisti, einem nicht-kompetitiven, antirassistischen Fußballturnier für Fanclubs, NGOs und Hobbyteams. Unter dem Titel “Wege zum besseren Fußball” erklärten sie die Vorzüge einer gemischten Spielkultur von Männern und Frauen sowie einer aktiv-demokratischen Gestaltung des Fußballs. Dennoch gäbe es laut den Fangruppen oftmals Probleme Frauen zu motivieren, außerdem ist die sprachlich-soziale Abgrenzung der großteils männlich dominierten Teams von ihren weiblichen Mitspielerinnen präsent. Chauvinistische bis sexistische Verhaltensmuster in den Fanclubs tragen leider ihr Übriges dazu bei, weshalb die Wissenschafter angesichts der Bedrohung durch den “modernen Fußball” nicht wie die Ultrá-Bewegung eine simple Rückeroberung sondern eine Neudefinition des Fußballs unter stärkerer Beachtung von Genderaspekten als Alternative präferieren.

Foto: LAN/kick08.net