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Früher gab es Villen, Luxuswagen, Rolex und die Concorde. All diese Dinge zeugten von Status. Wer sie sich leisten konnte, hatte die Gewissheit, zu den “oberen 10.000″ zu gehören. Die Concorde gibt es nicht mehr, die anderen Luxussymbole eignen sich aber noch immer zum exzessiven Ego-bauchpinseln. Wenn da nicht, ja wenn da nicht die EM wäre, die auch in diesem Bereich des gesellschaftlichen Lebens ihre Schatten wirft. “Hast du EM-Tickets bekommen?”, dieser Frage ist man immer öfter ausgesetzt. Jene, die mal wieder leer ausgingen, werden resignativ verneinen. Vielleicht folgt darauf noch eine kurze Wuttirade wider des Vergabemodus. Damit hat es sich aber auch schon. Schließlich sagt der Nicht-Besitz von Tickets vor allem eines aus: Man gehört zu jener riesigen Masse, die entweder von Fortunas Füllhorn, bei der Ticket-Verlosung, vernachlässigt wurde, oder man ist einfach nicht “wichtig” genug, um sich anderweitig den Platz an der EM-Sonne sichern zu können. In der Präeuropameisterschaftszeit definiert sich Status nämlich nicht mehr nach dem Besitz diverser materieller Symbole von Reichtum. Es ist ein simples Ticket, welches zum Besuch eines EM-Stadions während eines Spieles berechtigt, woraus die neuen Träume von Wichtigkeit und Glorie gewoben sind.

Während der EM findet, neben dem Rasenkick, die große “who is who”-Nabelschau statt. Diesmal aber nicht bei der Eröffnung eines neuen In-Lokales, sondern auf der Stadiontribüne. Sehen und gesehen werden. Ob man mit Kleinigkeiten wie der Abseitsregel vertraut ist, ob man Fußball-Fan ist, ist sekundär - Hans Krankl würde es “primär” nennen. Die bloße Anwesenheit besagt nämlich, dass man es “geschafft” hat. Das EM-Ticket als neue Art des Porsches? Für alle Nichtbesitzer von EM-Karten vielleicht ein kleiner Trost: Man kann auf den Tickets wenigstens nicht fahren und die beste Stimmung gibt es immer noch dort, wo auch die echten Fußballfans zu finden sind - beim Public-Viewing, auf den Fanmeilen, in den Pubs der Host-Cities oder vor dem Fernseher mit guten Freunden.

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