Rumänien

wgbnew_rom_olenkaolja.jpg

Ähnlich wie die Portugiesen hatten auch die Rumänen eine goldene Generation. Gelang zwischen 1938 und 1990 lediglich eine WM- und eine EM-Qualifikation (1970, 1984), so wurden in den 90er Jahren fünf erfolgreiche Endrundenteilnahmen in Folge verbucht, dabei erreichten die Tricolorii zwei mal das Viertel- und zwei mal das Achtelfinale. Nachdem die Hauptdarsteller Gheorghe Hagi, Dan Petrescu, Dorinel Munteanu, Marius Lacatus und Rückhalt Bogdan Stelea weg waren, schien das Strohfeuer einem grauen Aschewölkchen gewichen. Die Turniere in Südkorea/Japan, Portugal und Deutschland mussten ohne Rumänien auskommen. 2006 scheiterte man übrigens in der Relegation gar an Leichtgewicht Slowenien, das dann punktelos in der Vorrunde ausschied.

In der Quali für die heurige EM hat sich der rumänische Adler wieder erhoben und die Oranjes bereits einmal hinter sich gelassen. Schon deshalb haben die Rumänen viele auf ihrer Karte, sicher aber auch wegen der Auslosung. Weil man dann doch eher für den Underdog ist, vor allem in der Hammergruppe neben drei ehemaligen Europameistern. Und ich schätze die Karpatenkicker nicht einmal schlechter ein als die Franzosen oder die Niederländer. Für die Mannen um Innenverteidiger Christian Chivu, den großen Star Adrian Mutu vom AC Fiorentina oder Cosmin Contra, der mit Getafe die Bayern in den beiden UEFA-Cup-Halbfinals fast im Alleingang gestürzt hätte, ist das Viertelfinale mit etwas Glück und viel Fleiß in Reichweite. Sogar in der Hammergruppe.

In der K.O.-Phase könnte aber die spielerische Leicht(fert)igkeit oder der fehlende Brecher in der zentralen Offensive schnell zum Stolperstein werden. Und Trainer Victor Piturca kann nur hoffen, dass Stammgoalie Bogdan Lobont sich nicht verletzt. Seine Ersatzleute reißen keine Bäume aus, wie die 1:3-Niederlage mit Zweiergoalie Danut Coman gegen eine deutsche B-Elf im vergangenen September zeigte.

Bild Copyright: olenkaolja – Under Creative Commons License