Egal ob man die UEFA-Fünfjahreswertung oder die IFFHS-Ligenrangliste heranzieht, die drei stärksten Ligen der Welt sind die spanische Primera Division, die englische Premier League und die italienische Serie A. Österreich zählt genau drei Feldspieler, die sich in einem Team dieser Ligen einen Stammplatz erkämpfen konnten und welche allesamt dieses Wochenende von kick08.net im TV beobachtet wurden. Interessant dabei: Alle drei waren als Leistungsträger ihrer Teams über 90 Minuten im Einsatz und das Spektrum der Resultate umfasste einen Sieg (Scharner/Wigan), ein Remis (Pogatetz/Middlesborough) und eine Niederlage (Garics/Napoli). Zu den Einzelkritiken:

Paul Scharner spielte mit Wigan daheim gegen Bolton aufgrund einer roten Karte für Koumas in der 5. Minute de facto das ganze Spiel in Unterzahl, siegte jedoch dank eines spektakulären Volleytors von Heskey nach einem Eckball mit 1:0. Dem Tor ging ein zu Unrecht nicht gegebenes Tor von Scharner voraus, bei welchem Bolton-Verteidiger Campo einen wuchtigen Kopfball Scharners hinter der Linie klärte. Scharner war als linker Innenverteidiger wie schon letzte Woche gegen Arsenal mit einer souveränen (Defensiv-)Leistung das Um und Auf bei Wigan, wir hoffen Teamchef Hickersberger hat auch dieses Wochenende einen Blick auf ihn geworfen. Aus dem Spielbericht des Guardian: „The Wigan defence were generally in control with Paul Scharner outstanding. (…) Man of the match Paul Scharner (Wigan).“

Emanuel Pogatetz brachte als linker Außenverteidiger und Kapitän von Middlesborough auswärts im Emirates Stadium Arsenal zur Verzweiflung, nachdem Middlesborough mit der einzigen Chance des Spiels nach einer schnellen Kombination samt Querpass und traumhaftem Direktabschluss in der 25. Minute mit 1:0 in Führung ging und sich fortan rollenden Angriffen der Londoner (20:4 Torchancen, 12:1 Eckbälle, 75:25% Ballbesitz) ausgesetzt sah. In einem hochklassigen und spannenden Match zeigte Pogatetz wiederum eine sehr starke Leistung und brillierte insbesondere bei einem Strafraumduell mit Eboue, konnte jedoch den verdienten Ausgleich Arsenals kurz vor Spielende auch nicht verhindern.

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Ähnlich erging es György Garics, der im 3-5-2 von Napoli bei Juventus den Part des rechten Mittelfeldspielers einnahm und erst in der 88. Minute das entscheidende 0:1 durch Iaquinta hinnehmen musste. Während das Spiel der Neapolitaner insbesondere zu Beginn eher auf die linke Seite fokussiert war, konnte sich Garics mit fortschreitender Spieldauer mehr Spielanteile erkämpfen und zeigte unter anderem mit der Beteiligung an Napolis beiden häufigsten Passwegen auf, wie die oben angefügte Grafik der Gazzetta dello Sport (Garics rechts mit der Nummer 14), welche auch die klare Feldüberlegenheit der Turiner zeigt, beweist. Darüber hinaus stand der Italien-Legionär zwei Mal im Mittelpunkt – zum einen offensiv als er kurz vor dem Halbzeitpfiff nach toller Kombination alleinstehend vor dem gegnerischen Tor scheiterte, zum anderen defensiv als er in der 81. Minute bei einer versuchten Kopfballrückgabe beinahe ein Eigentor fabrizierte und einen Eckball verschuldete.

Summa summarum bleibt die sich jedes Wochenende bestätigende Erkenntnis, dass diese drei Spieler aufgrund ihrer konstant guten Leistungen als Leistungsträger ihrer Vereine Fixstarter im österreichischen EM-Team sein müssten. Es bleibt zu hoffen, dass der Teamchef dies ähnlich sieht…