Gastkommentar von Manuel Bacher

Auf den ersten Blick möge man vermuten, dass in der Österreich-Gruppe ganz klar Deutschland der Favorit ist. Doch die Wahrheit erschließt sich bekanntlich ja nicht auf den ersten Blick. Wer also kann den Deutschen die Favoritenrolle streitig machen?

Auch trotz Heimatmosphäre und EM-Euphorie wird es für das österreichische Team wuchtig (jaja die Fußballersprache) werden, den „Großen“ das Leben schwer zu machen. Hinter Polen stehen einige Fragezeichen und schon bei der Weltmeisterschaft in Deutschland haben sie nicht überzeugen können. Bleiben also nur noch die Kroaten übrig und die sind mit hoher Wahrscheinlichkeit fähig, unsere Lieblingsnachbarn zu ärgern. Wie es der Zufall will, werden nach dem Ausfall von Topstürmer Eduardo ausgerechnet Mannen im kroatischen Nationalteam auf die Deutschen treffen, die ihr Geld bei Profiklubs im Land mit der schwarz-rot-goldenen Fahne verdienen. Diese Spieler, welche allesamt im Offensivbereich spielen, sind zu fast allem fähig. Einer der größten Rivalen Deutschlands, nämlich England kann ein Lied davon singen.

Erinnern wir uns an Austria Salzburgs Vergangenheit zurück. In der violetten Hochblüte haben beispielsweise Nikola Jurcevic und Mladen Mladenovic den Gegnern der Violetten aus Lehen das Fürchten gelehrt und Tor um Tor erzielt. Wenn man genauer hinschaut, findet man hier eine Verbindung zur EM 2008 in Österreich und der Schweiz. Das kroatische Nationalteam der Neuzeit zeichnet sich nämlich auch durch „Ic“-Topknipser aus. Ein äußerst gefährlicher Mann ist der bei Borussia Dortmund kickende Mladen Petric. Die ohnehin im Tor seit jeher äußerst schlecht besetzten Engländer erinnern sich mit Schaudern an sein Siegestor im Wembley zurück. Vom Hamburger Sportverein häufig als gefährliche Waffe eingesetzt hat der neben Petric nächste gefährliche Stürmer Ivica Olic ein hohes Maß an Qualitäten. Olic scheint außerdem seinen Stammplatz in der Elf sicher zu haben.

Neben Petric und Olic gibt es aber noch einen weiteren bekannten Sturmstar aus der deutschen Bundesliga. Ivan Klasnic wird sich mit Mladen Petric um den Platz im Angriff neben Ivica Olic streiten. Der 28-jährige gebürtige Hamburger, der sich bereits zwei Nierentransplantationen unterziehen musste, ist auch trotz dieses Schicksalsschlages für Gefahr in den gegnerischen Strafräumen gut. Diese drei Stürmer zeigen schon auf, über welches Potenzial der Nachbarstaat Italiens verfügt. Aber nicht nur deshalb werden die Kroaten von mir als das Rumänien der Österreichgruppe bezeichnet. Die Rumänen, die den Italienern, den Franzosen und den Holländern viel Mühe bereiten werden sind für mich ein gefährlicher Außenseiter. Ein gefährlicher Außenseiter ist ebenso das erwähnte Kroatien. Die Mannschaft spielt kompakt, und besitzt aber trotzdem keine Stars, die mit dem „Weltklasse“-Attribut behaftet sind. Aber gerade das könnte das Team von Slaven Bilic zum Sargnagel für so manchen „Großen“ machen.

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