Besorgniserregend oder nicht? Mediziner der Universitätsklinik München präsentierten laut SPIEGEL Online eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie, wonach während der Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2006 die Anzahl der Herzattacken (Herzinfarkte oder Herzrhythmusstörungen samt Notarzt-Einsatz) in München und Umgebung die Durchschnittswerte der vergangenen Jahre um das 2,7-fache übertrafen. Insbesondere die spannenden KO-Duelle gegen Argentinien (Elfmeterschießen) und Italien (Verlängerung) sorgten mit jeweils mehr als 60 Herzattacken für die aus gesundheitlicher Sicht traurigen Höhepunkte. Kardiologe Thomas Meinertz hat als Lösung nur einen schlechten Rat parat: „Man sollte vermeiden, sich unkontrolliert in höchste Gefühlslagen zu versetzen. Es wäre besser, mit einer gewissen Distanz heranzugehen. Fußball ist eben nur ein Spiel.“

Ob es in Österreich im Europameisterschaftsjahr Stoff für ähnliche Studien geben wird, bleibt indessen zu bezweifeln. Zu unrealistisch ist die Aussicht auf spannungsgeladene Auftritte des heimischen Nationalteams, von den Interviews des Teamchefs, welche angesichts des unerträglich langen Wartens auf das jeweils nächste Wort höchstens einen Herzstillstand auslösen könnten, ganz zu schweigen. Statt den Herzattacken scheint somit eher ein Anstieg der Depressionen wahrscheinlich…

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