Alonso und Senna sind bereits Formel1-Weltmeister, nach dem heutigen Halbfinale können ihre Namensvettern im Team der spanischen Seleccion im Fußball gleichziehen, da die Iberer im regenüberströmten Wiener Praterstadion dem 4:1-Erfolg im Gruppenspiel gegen die Russen mit einem 3:0 im Halbfinale einen weiteren souveränen Sieg hinzufügten. Doch am besten alles der Reihe nach…

Spanien kontrollierte das Spiel von Beginn an und kam durch einen Drehschuss von Torres (6.) und einen Weitschuss von Villa (10.) rasch gefährlich vors Tor der Russen, die dank guter Reflexe ihres Schlussmanns Akinfeev im Spiel blieben. Unbekümmert spielte der spanische Express weiter nach vorne und kam durch einen Weitschuss des agilen Ramos (24.) sowie einen nicht geglückten Schuss von Iniesta (26.) zu weiteren guten Chancen, ehe die Russen langsam ins Spiel fanden und ein Schuss von Pavlyuchenko nur hauchdünn das Tor der Spanier verfehlte. Iker Casillas wäre jedoch mit einer Glanzparade zur Stelle gewesen. Auch in Folge standen die Stürmer im Mittelpunkt: Villa verletzte sich bei einem Freistoß und wurde durch Fabregas ersetzt (30.), Pavlyuchenko scheiterte per Fuß (34.) und Kopf (35.) und Torres fand mit seinem Schuss wieder einmal in Akinfeev seinen Lehrmeister (38.), weshalb ein sehr dynamisches Spiel mit minimalen Vorteilen der Spanier torlos in die Pause ging.

Am Anfang der zweiten Spielhälfte verirrten sich wieder einmal völlig deplatzierte „Immer wieder Österreich“ Sprechchöre im weiten Happel-Oval, ehe Xavi wenige Minuten nach Wiederanpfiff nach scharfer Hereingabe eiskalt zum 1:0 der Spanier verwertete (49.). Was folgte war ein Verflachen der russischen Offensive, die immer wieder frühzeitig in Fehlpässen ein Ende fand, samt spanischem Offensivlauf, der in weiteren ausgezeichneten Chancen durch Fabregas (60., Tormann+Verteidiger klären), Torres (61., rechts daneben), Torres (62., links daneben), Fabregas (69., abgewehrter Weitschuss) und Alonso (70., abgewehrter Weitschuss) mündete. Russland war blass, Arshavin war blasser und der eingewechselte Güiza sorgte mit dem 2:0 nach traumhaftem Aushebeln der russischen Abseitsfalle für die Vorentscheidung (72.). Zehn Minuten später traf Silva nach einem Konter zum 3:0 (82.), ehe sich zu guter Letzt noch einmal Iker Casillas, der sich als spanischer Elferkiller und Ruhepol zum heißesten Anwärter auf den Titel des Tormanns des Turniers entwickelt, bei einem Kopfball aus kurzer Distanz (87.) auszeichnen konnte. Damit war das Spiel gelaufen, Spanien stoppte eindrucksvoll den Erfolgslauf des Überraschungsteams von Guus Hiddink und darf damit am Sonntag als letztes Team dieser EM versuchen, die an dieser Stelle proklamierten voreuropameisterschaftlichen Prognosen von mat und LAN zu widerlegen…

Fotos: LAN/kick08.net