{"id":92,"date":"2006-09-07T00:11:00","date_gmt":"2006-09-06T22:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/?p=92"},"modified":"2006-09-07T00:11:00","modified_gmt":"2006-09-06T22:11:00","slug":"tv-duell-2-spo-fpo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/?p=92","title":{"rendered":"tv-duell (2): sp\u00f6-fp\u00f6&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>im schatten des ersten interviews von natascha kampusch sowie dem vorl\u00e4ufigen fu\u00dfballerischen tiefpunkt der nationalteam-\u00e4ra &#8222;hickersberger 2&#8220; fand zu sp\u00e4terer stunde das zweite tv-duell zu den nationalratswahlen statt. nach dem gestrigen duell zweier nach regierungsbeteiligung strebender parteien mit gemeinsamen koalitionsabsichten traf heute die sp\u00f6, welche auf einen klaren regierungsanspruch durch die zur\u00fcckgewinnung des ersten platzes in der w\u00e4hlergunst schielt, auf die fp\u00f6, welche die rolle einer starken oppositionskraft anvisiert. alfred gusenbauer und heinz-christian strache, letzterer gestern noch in kirchdorf\/krems (vote06 berichtete), waren also zu gast im &#8222;duell um den kleinen mann&#8220; bei ingrid thurnher.<\/p>\n<p>das breite themenspektrum, welches anfangs von ingrid thurnher und sp\u00e4ter von hc strache diktiert wurde, umfasste insbesonere die bereiche arbeitsmarkt, pflege, zuwanderung und bawag. zu beginn beklagte der blaue parteiobmann, dessen stimme im fernsehen wieder deutlich schw\u00e4cher als auf wahlkampfveranstaltungen vor ort klingt, die ausgrenzung der fp\u00f6 durch die \u00f6vp und die sp\u00f6. \u201ees geht nicht um ausgrenzung, es geht um klare prinzipien\u201c, so die antwort gusenbauers, der seinerseits vom ersten satz an versuchte, seine ziele und hoffnungen auf eine soziale wende in \u00f6sterreich zu vermitteln.<\/p>\n<p><span style=\"font-family:courier new;\"><\/p>\n<blockquote><p>strache: es handelt sich bei der freiheitlichen partei \u00f6sterreichs um keine ausl\u00e4nderfeindliche partei.<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/p>\n<p>beim thema arbeitsmarkt sorgte gusenbauer f\u00fcr ein gr\u00fcnes d\u00e9j\u00e0-vu, indem er ebenso wie van der bellen am vortag investitionen in die bildung als prim\u00e4re ma\u00dfnahme zur verringerung der arbeitslosigkeit sieht. das geld daf\u00fcr w\u00fcrde aus den positiven effekten der reduzierten arbeitslosigkeit stammen &#8211; ein arbeitsmarktpolitisches perpetuum mobile sozusagen, welches aufgrund seiner simplizit\u00e4t geradezu absurd klingt und wohl auch ist. wenn es schon an inhalten krankt, so konnte gusenbauer wenigstens mit seinen alltagsgeschichten von den 15-j\u00e4hrigen, die ohne schul- und lehrplatz auf der stra\u00dfe zu drogen und alkohol greifen, sowie dem jugendlichen, der bei 200 bewerbungen nur 2 antworten erhalten hat, punkten. straches l\u00f6sungsvorschlag mit der bekannten differenzierung zwischen anst\u00e4ndigen, integrierten ausl\u00e4ndern und ausl\u00e4ndischen gastarbeitslosen ist uns bereits mehr als bekannt. dar\u00fcber hinaus solle der staat f\u00fcr die bezahlung der lehrstellen aufkommen, so strache.<\/p>\n<p><span style=\"font-family:courier new;\"><\/p>\n<blockquote><p>strache: dort wo rot regiert sehen wir ja, dass es ebensowenig funktioniert.<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/p>\n<p>mit der forderung von sozialleistungen nur f\u00fcr \u00f6sterreicher gelang strache ein nahtloser \u00fcbergang zum zuwanderungsthema, in welchem gusenbauer kritik an der zuwanderungspolitik der regierung \u00fcbte und auf europ\u00e4ischer ebene eine gerechtere aufteilung von asylwerbern forderte. gusenbauer d\u00fcrfte hierbei nicht erkannt haben, dass ihm kein regierungsvertreter sondern hc strache gegen\u00fcbersitzt, anders sind seine st\u00e4ndigen seitenhiebe in richtung regierung sowie das fehlende eingehen auf seinen eigentlichen kontrahenten nicht zu erkl\u00e4ren. gegen die angriffe straches (&#8222;dort wo rot regiert sehen wir ja, dass es ebensowenig funktioniert&#8220;) setzte sich gusenbauer anfangs nur halbherzig zur wehr, was strache f\u00fcr eine kurzen stimmenfang in seiner hochburg wien n\u00fctzte.<\/p>\n<p><span style=\"font-family:courier new;\"><\/p>\n<blockquote><p>thurnher (zu gusenbauer): sie sind schon fast so schwer zu bremsen wie der herr grasser.<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/p>\n<p>nach einem kurzen abstecher zur pflegeproblematik, bei welchem beide kandidaten nicht darauf verzichten konnten ihre eigenen pflegeanekdoten aus ihren familien anzubringen, stand teil zwei der zuwanderungsdebatte auf dem programm, welcher mit einem kritik-duett von strache und gusenbauer an der bundesregierung begann. gusenbauer versuchte dabei, strache seinen status als hardliner streitig zu machen, indem er an das bewusstsein f\u00fcr die kultur, demokratie, frauenrechte und sprache der einwanderer mahnte. der totale zuwanderungsstopp der fp\u00f6 sei jedoch ein scheinheiliger weg der niemandem n\u00fctze. im bereich der l\u00f6sungskonzepte holte sich strache mit der forderung nach einer familienpolitik f\u00fcr \u00f6sterreicher anstatt eines bev\u00f6lkerungsaustauschs durch zuwanderung  raschestm\u00f6glich seinen status als ober-hardliner zur\u00fcck w\u00e4hrend gusenbauer \u00fcber seine vorstellungen einer kinder- und menschenfreundlichen gesellschaft sinnierte und insbesondere mehr kinderbetreuungsangebote und eine bessere vereinbarkeit von beruf und familie forderte.<\/p>\n<p><span style=\"font-family:courier new;\"><\/p>\n<blockquote><p>gusenbauer: das n\u00e4chste thema ist dann die unsterblichkeit der maik\u00e4fer.<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/p>\n<p>einem sichtlich unbeirrten hc strache war es in folge ein besonderes anliegen, das thema bawag anzusprechen und einen wenig zusammenh\u00e4ngenden redeschwall samt s\u00e4mtlicher obligater populismuskeulen von den &#8222;roten bonzen&#8220; bis hin zu den &#8222;penth\u00e4usern&#8220; anzubringen (auch der &#8222;konsum&#8220; durfte nat\u00fcrlich nicht fehlen). gusenbauer, der mit den gedanken immer noch mehr bei der bundesregierung als bei seinem tv-duellanten war, versuchte in bester grasser-manier nicht auf die zugegebenerma\u00dfen wenig konstruktiven argumente seines kontrahenten einzugehen, sondern sich selbst zu pr\u00e4sentieren und auch im bawag-skandal eine harte linie zu vertreten: &#8222;wahr ist dass bei der bawag eine wahrliche katastrophe passiert ist, (&#8230;) hier muss die volle h\u00e4rte des gesetzes zuschlagen&#8220;, so gusenbauer, der elsner &#038; co. am liebsten hinter gittern und mit ihrem eigenen verm\u00f6gen haftend sehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><span style=\"font-family:courier new;\"><\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family:courier new;\">gusenbauer: die leute k\u00f6nnen ja heute nicht mehr gut schlafen wenn sie sich den herrn strache anh\u00f6ren.<\/span><br \/><span style=\"font-family:courier new;\">strache: und der herr kreisky w\u00fcrde sich im grab umdrehen wenn er das heute gesehen h\u00e4tte.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family:courier new;\"><\/span><\/p>\n<p>das vermeintliche thema des wahlabkommens zwischen der sp\u00f6 und dem liberalen forum bot strache schlussendlich noch die gelegenheit, sein vorhergehendes sammelsurium an halbwahrheiten selbst noch einmal zu \u00fcbertrumpfen und ein &#8222;best of&#8220; seiner wahlkampfslogans anzubringen: t\u00fcrkei-beitritt, neutralit\u00e4t, zentralistische eu-verfassung, haschisch-freigabe, gentechnik, atom, globalisierungswahn, bla bla bla. doch auch gusenbauer setzte nur auf seine alte leier gegen schwarz-blau und seine vorstellungen von neuer fairness und gerechtigkeit anstatt strache in seinem absurden, populistischen redeschwall mit weiteren \u00e4u\u00dferungen der marke &#8222;straches geisterfahrermeldungen&#8220; oder &#8222;so viel unsinn zu so sp\u00e4ter stunde ist schwer ertr\u00e4glich&#8220; blo\u00dfzustellen. daf\u00fcr war wenigstens sp\u00e4testens als man im totalen chaos keinen der beiden spitzenkandidaten mehr verstand f\u00fcr seichte unterhaltung und peinlichkeiten gesorgt.<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family:courier new;\">gusenbauer: ja, wir stehen nicht mit vollem herzen hinter dem eu-beitritt der t\u00fcrkei.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family:courier new;\"><\/span><\/p>\n<p>die schlussworte konnten nicht als solche wahrgenommen werden, zumal hc strache sein schlusswort nicht einmal als solches erkannte und alfred gusenbauer seines nicht f\u00fcr eine klare botschaft an den w\u00e4hler verwendete sondern anscheinend ebenso bei nicht mehr vollem bewusstsein f\u00fcr eine weitere unbedeutende ansage der \u00e4nderung der politik der europ\u00e4ischen union verschwendete. am ende einer zumindest lebhaften diskussion steht diesmal nicht die frage nach dem sieger, sondern die frage, ob nach einer solchen (un-)diskussion nicht beide kandidaten als verlierer gelten? somit schlie\u00dft sich der kreis mit einem lob einerseits f\u00fcr ingrid thurnher, die &#8211; auch wenn sie sich wiederum nur bedingt durchsetzen konnte &#8211; sichtlich bem\u00fcht war mit gezielten einw\u00fcrfen und ordnungsrufen das gespr\u00e4ch zu leiten und zumindest aktiver als beim ersten tv-duell zu sein, und f\u00fcr natascha kampusch, welche anscheinend mehr redekultur als die spitzenkandidaten von rot und blau besitzen d\u00fcrfte. (LAN)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>im schatten des ersten interviews von natascha kampusch sowie dem vorl\u00e4ufigen fu\u00dfballerischen tiefpunkt der nationalteam-\u00e4ra &#8222;hickersberger 2&#8220; fand zu sp\u00e4terer stunde das zweite tv-duell zu den nationalratswahlen statt. nach dem gestrigen duell zweier nach regierungsbeteiligung strebender parteien mit gemeinsamen koalitionsabsichten traf heute die sp\u00f6, welche auf einen klaren regierungsanspruch durch die zur\u00fcckgewinnung des ersten platzes&hellip; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/?p=92\"><span class=\"screen-reader-text\">tv-duell (2): sp\u00f6-fp\u00f6&#8230;<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-92","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=92"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=92"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=92"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=92"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}