{"id":138,"date":"2006-08-18T22:41:00","date_gmt":"2006-08-18T20:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/?p=138"},"modified":"2006-08-18T22:41:00","modified_gmt":"2006-08-18T20:41:00","slug":"blauer-auftakt-ohne-uberraschungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kommentiert.at\/vote06\/?p=138","title":{"rendered":"blauer auftakt &#8211; ohne \u00fcberraschungen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>hellblaues hemd, beiges sakko, immer ein l\u00e4cheln auf den lippen und zu beginn ungewohnt zahm: so pr\u00e4sentierte sich fp\u00f6-parteiobmann heinz-christian strache am freitagabend zum auftakt der orf-sommergespr\u00e4che. moderatorin gabi waldner, eigentlich im radio (\u00f61) zu hause, wirkte anfangs etwas nerv\u00f6s, wusste aber mit fortdauer des gespr\u00e4chs zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>die erste viertelsstunde geh\u00f6rte ganz dem namensstreit zwischen fp\u00f6 und bz\u00f6, strache gab dabei wie gewohnt die opferrolle, das allerdings souver\u00e4n. sollte der ministerrat am montag dem bz\u00f6 den dritten wahllistenplatz und den sitz in der bundeswahlbeh\u00f6rde zuerkennen, will strache zum verfassungsgerichtshof gehen. auch ein ansuchen bei der osze auf wahlbeobachter schloss der fp\u00f6-chef nicht aus und gerierte sich dabei nahezu als &#8222;demokratischer extremist&#8220;: falls notwendig w\u00fcrde der fp\u00f6-chef auch eine 7 millionen euro teure wahlwiederholung (das rechnete im gabi waldner vor) fordern.<\/p>\n<p>in der zuwanderungs- und ausl\u00e4nderfrage vertrat strache die bekannten positionen der freiheitlichen: geht es nach dem fp\u00f6-chef, der \u00f6sterreich seit der schwarz-blauen wende von einer &#8222;massenzuwanderung&#8220; bedroht sieht, gibt es einen zuwanderungsstopp. au\u00dferdem sollen langszeitsarbeitslose ausl\u00e4nder, nach straches diktion &#8222;gastarbeitslose&#8220;, raus. ausl\u00e4nder die sich integriert haben und &#8222;leistungstr\u00e4ger in unserer gesellschaft&#8220; sind, sind dem fp\u00f6-parteiobmann hingegen recht.<\/p>\n<p>auf die aktuelle pflegedebatte ansgesprochen, pl\u00e4dierte strache f\u00fcr eine legalisierung von ausl\u00e4ndischen pflegekr\u00e4ften. er will diese mit befristeten 5-jahres-vertr\u00e4gen ausstatten und leistungsorientiert entlohnen, um ein lohndumping f\u00fcr \u00f6sterreichische pfleger zu verhindern. mittel f\u00fcr die pflege w\u00e4ren ausreichend vorhanden: strache will geld in der verwaltung einsparen und mehreinnahmen aus der mineral\u00f6lsteuer zweckwidmen. angesichts des pflegenotstands h\u00e4tten die regierungen in den vergangenen 15 jahren &#8222;v\u00f6llig versagt&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;ehre&#8220; und &#8222;treue&#8220; will sich heinz-christian strache von niemandem verbieten lassen. nur weil gewisse worte mit einem &#8222;autorit\u00e4ren, verbrecherischen regime&#8220; in verbindung gebracht werden k\u00f6nnten, k\u00f6nne man diese nicht untersagen. dass der ring freiheitlicher jugendlicher (rfj) die parole &#8222;unsere ehre ist die treue zur heimat&#8220; ausgebe, sei unbedenklich. es m\u00f6ge zwar gewisse assoziationen geben, allerdings k\u00f6nne man alles assoziieren.<\/p>\n<p>die schlussminuten des sommergespr\u00e4chs n\u00fctzte strache, indem er antworten auf gabi waldners fragen tunlichst vermied, um seine kernbotschaften an die w\u00e4hler zu bringen: ausl\u00e4nder, zuwanderung, eu, arbeitslosigkeit, usw. &#8211; offenbar hat der fp\u00f6-chef sein wahlplakat auswendig gelernt. zu guter letzt fragte gabi waldner &#8211; es lief bereits die signation &#8211; strache, ob die fp\u00f6 nach den wahlen definitiv in opposition bleibe. der fp\u00f6-chef bejahte, wiederholte parolen und relativierte schlussendlich: wenn sich die anderen nicht \u00e4ndern, dann bleibt die fp\u00f6 in jedem fall in opposition.<\/p>\n<p><strong>fazit:<\/strong><\/p>\n<p><em>kein schelchter auftritt von heinz-christian strache. er hat seine botschaften &#8211; koste es was es wolle &#8211; an den mann gebracht. der fp\u00f6-chef gab solide antworten auch auf heikle fragen und war dabei weniger aus der ruhe zu bringen, als es gabi waldner wohl lieb gewesen w\u00e4re. phrasendrescherei und inhaltsleere hin, fragw\u00fcrdige freiheitliche standpunkte her &#8211; (vor allem) bei seinen w\u00e4hlern d\u00fcrfte strache gepunktet haben. <\/em><br \/><em><\/em><br \/><em>gabi waldner war sympathisch, stellte originelle fragen und hatte zumidnest \u00fcber weite strecken die z\u00fcgel in der hand. zwar wird sie sich vorwerfen lassen m\u00fcssen, strache ab und an zu wenig festgenagelt zu haben &#8211; aber zuh\u00f6ren k\u00f6nnen und ausreden lassen ist nicht nur eine politiker- sondern auch eine journalistentugend.<\/p>\n<p>alles in allem ein auftakt ohne \u00fcberraschungen. <\/em>(cdw)<\/p>\n<p><span style=\"font-size:85%;\">das n\u00e4chste sommergespr\u00e4ch ist am dienstag, 22. august, um 21:05 in orf 2 zu sehen. zu gast bei gabi waldner ist bz\u00f6-chef peter westenthaler.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>hellblaues hemd, beiges sakko, immer ein l\u00e4cheln auf den lippen und zu beginn ungewohnt zahm: so pr\u00e4sentierte sich fp\u00f6-parteiobmann heinz-christian strache am freitagabend zum auftakt der orf-sommergespr\u00e4che. moderatorin gabi waldner, eigentlich im radio (\u00f61) zu hause, wirkte anfangs etwas nerv\u00f6s, wusste aber mit fortdauer des gespr\u00e4chs zu \u00fcberzeugen. die erste viertelsstunde geh\u00f6rte ganz dem namensstreit&hellip; 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