Taxi, Taxi! Teuer, teuer!

4. April 2008 | cdw | 8 Kommentare »

 

Die Wiener Taxler wollen vor der Europameisterschaft 2008 die Beförderungstarife erhöhen – sie verdienen zuwenig, sagen sie (wer sagt das nicht?). Eine Preisanhebung müsste von der Stadt genehmigt werden, angestrebt werden laut Kammervertretung rund fünf Prozent mehr. Der Verband der österreichischen Taxiunternehmer spricht von einer „mehr als notwendigen Anpassung (…) aufgrund der exorbitant gestiegenen Treibstoffpreise“. Eine solche werde aber von der Gemeinde Wien „brutal abgelehnt“, man wolle die Taxler „aushungern“.

Derzeit berappt man für eine Taxifahrt in Wien 2,50 Euro Grundpreis plus je 1,20 Euro bis zum vierten gefahrenen Kilometer, dann gestaffelt bis zum zehnten je 90, ab dem zehnten je 87 Cent.

Dass auch die Taxler von der Euro profitieren wollen, ist verständlich, die Argumentation mit den hohen Treibstoffpreisen nachvollziehbar. Aber: Am Ende blecht wieder der Konsument – also eigentlich wir alle. Der Stadt Wien bzw. den Wiener Verkehrsbetrieben sei im Übrigen dringend geraten, vor der Euro keine Preisanhebung für die Öffis durchzuführen – denn das wäre für die Fahrgäste und vor allem für die Taxler eine Frotzelei.

Christina Stürmer hat Fieber, hohes Fieber

24. März 2008 | cdw | 11 Kommentare »

kick08.net-Satire

Ich mach mir solche Sorgen um die Christel Stürmer! „Raunz‘ nicht, kauf“, würder der Zgonc jetzt sagen. Das Plattenlabel der einst bei Starmania groß herausgekommenen Oberösterreicherin denkt da wohl ähnlich. An die breite Masse mit dem schlechten Geschmack gilt es nämlich ab sofort einen EM-Song zu bringen. „Fieber“ heißt er, und soll in dieser Woche vom ÖFB präsentiert werden. Krank wird die Christel also vor den Medienvertretern sitzen/stehen und versuchen, „die Euphorie, das Spektakel und den Zusammenhalt“, in ein Lied zu packen.

Ein „Ole, Ole“-Song sei es nicht, weil sie das nicht sei, setzt sie hinzu. Was ist es dann? Eine Mischung aus „Ich lebe, weil du mein Atem bist“ und „Mama Ana Ahabak“? Fest steht nur so viel: Authentisch müsse sie bleiben, die Christel, sonst nehme ihr das keiner ab. Und dann ist da ja auch noch dieses Fieber und diese Ehrlichkeit: „Ich bin kein fanatischer Fußballfan. Ich war bis jetzt vielleicht zwei Mal im Stadion“, was aber „sehr, sehr cool“ gewesen sei.

Liebe Christel, wie stellst Du Dir das vor? Vielleicht zwei Mal in einem Stadion gewesen und dann gleich einem EM-Song singen (geschrieben hat ihn wohl ein/e andere/r)! Und dann noch dieses Gespür für das Geschäft: Sie wolle sich bei der Europameisterschaft von der Euphorie anstecken lassen (und dazu gleich ein paar Platten verkaufen). Eine EM schaue sich „jeder an“, das sei bei der WM genauso gewesen. Super Vergleich!

„Fieber“ wird jedenfalls auf dem kommenden Album Stürmers („laut-Los“) am 4. April bei Universal erscheinen. Dort als „normale Christina-Stümrer-Nummer“. Außerdem werde es aber eine „Stadion-Version“ geben, „wo Stadion-Chöre drauf sind, so richtig wie halt so Stadion-Chöre klingen“. Christel, ich mach mir wirklich Sorgen.

Mühlviertler brauen „Fan Lager“ ein

19. März 2008 | cdw | 4 Kommentare »

Die Vorbereitungen für das ballesterische und wohl auch sehr alkoholische EM-Fest im Juni laufen auf Hochtouren. Auch den Mühlviertler(n) (Brauereien) ist das nicht entgangen. Drei Braustätten, Stift Schlägl, die Braucommune Freistadt und Hofstetten, haben bereits das „Fan Lager“ eingebraut. Laut Herstellern soll es fünf Prozent Alkohol haben und „leicht und süffig“ sein. Ab Mitte April steht es dann in den Regalen, in 0,33-Liter-Flaschen im 16er Karton. Die Etiketten – das hatten wir doch schon mal – tragen übrigens die Flaggen der teilnehmenden Länder.

Dreist: EM als Geschäftsanbahnungsevent

10. März 2008 | LAN | 9 Kommentare »

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Zahlreiche Presseaussendungen finden leider nicht Eingang in die bedeutenden Medien dieses Landes, eine von diesen bringen wir hiermit auf kick08.net, um die Dreistigkeit eines FPÖ/RFW-Vorschlags zu dokumentieren, der die EURO rein als Geschäftsanbahnungsevent anstatt als Fußballereignis für Zuschauer und Fans betrachtet:

Am 21. Februar forderte RFW-Bundesobmann Amann unter dem Titel „BO Amann verlangt Absetzbarkeit der EURO-Karten für die Wirtschaft!“ ebendiese, denn laut Untertitel müsse die Wirtschaft die „EURO als Chance für Geschäftskontakte nutzen“. Konkret möchte Amann, für den „gerade Fußball der Spitzenklasse ein geeignetes Instrument zur Business to Business-Kommunikation bedeutet“, pro Teilnehmer eine Anerkennung der Kosten für Ticket und Bewirtung von bis zu EUR 1.000,- als Werbeausgabe, schließlich handle es sich hierbei um Kosten, die Unternehmen „oft aus Grund der internationalen Wirtschaftsbeziehungen tätigen müssen“. Denn: „Viele Betriebe investieren in die EURO-Tickets nicht aus Jux und Tollerei oder weil sie fußballverrückt sind, sondern weil dies von ihren Kunden erwartet wird.“

Liebe Unternehmen, lieber Herr Amann! Wir verstehen, dass ein Jahrhundertereignis wie die EURO nichts für Fußballverrückte ist, sondern primär der Kontaktpflege mit Wirtschaftskunden (alias Networking) dienen sollte. Im Sinne aller Fußballfans tut es uns daher leid, dass Sie diese Kosten „tätigen müssen“ und würden gerne noch mehr Plätze zugunsten der „Business to Business-Kommunikation“ opfern, insbesondere da wir als normale Fans idR auch keine eintausend Euro pro Spielbesuch für Ticket und Bewirtung (ergo: Würstelstand) in die Volkswirtschaft pumpen können, von den Folgegeschäften, die sich bei uns höchstens auf ein paar weitere Schluck Bier auf der Fanmeile beschränken, ganz zu Schweigen. In diesem Sinne hoffen wir im Hinblick auf möglichst viele erfolgreiche Geschäftsanbahnungen, dass Ihre Geschäftspartner im Falle eines österreichischen Torerfolgs beim Klatschen keinen Manschettenknopf verlieren und schließen uns daher dem finalen Appell Amanns an den Finanzminister, „dass er es seinem Deutschen Kollegen gleichmache und der Wirtschaft dieselben steuerlichen Chancen einräume, wie damals der deutschen Konkurrenz, die diese dann optimal für den Wirtschaftsaufschwung genutzt hat“, vorbehaltlos an…

Schöne, neue Warenwelt

8. März 2008 | cdw | Kein Kommentar »

Langsam aber sicher ziehen sie ein in die Regale der Supermärkte: Produkte mit Euro-Branding. Was die Salzburger Brauerei Stiegl bereits vor einigen Monaten mit ihren Flaggen-Kronkorken begonnen hat, wird bis zur Europameisterschaft im Juni die Gehirne der Konsumenten penetrieren.

Wir dürfen uns „freuen“ auf Fußball-Cola, Fußball-Eis, Fußball-Chips, Fußball-Bier, Fußball-Wein, Fußball-Waschmittel, Fußball-Müsli, Fußball-Klopapier, Fußball-Hundefutter und vieles, vieles andere mehr. Der deutsche Lebensmittelkonzern Dr. Oetker etwa macht es vor: Er bietet eine Fußball-Pizza in seiner Produktlinie „Pietro Pizzi“. Andere werden gewiss nachziehen, kick08 hält Sie wie gewohnt mit kritischem Blick am Laufenden.

Foto: Elfqrin (Valerio Capello) under GNU-Licence

Tschechien holt den Titel, sagen die Banker

7. März 2008 | cdw | 3 Kommentare »

Die Analysten der Schweizer Großbank UBS prophezeien in einer Aussendung Tschechien als Europameister. Nun stellt sich die Frage, was man in Börsen-Zeiten wie diesen auf solche Prognosen halten soll – gerade dann, wenn sie von einem Institut kommen, das im Zuge der Suprime-Krise mehrere Milliarden US-Dollar abschreiben musste. Und dann haben  die UBS-„Experten“ auch noch gar keine gute Nachricht für Österreich:  Dem Schweizer Modell zu Folge wird Österreich nämlich bereits in der Gruppenphase ausscheiden.

UBS behauptet, dass sie mit ihren Berechnungen bereits vor zwei Jahren Italien – richtig – als Weltmeister vorausegsagt hätten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Tschechien am 29. Juni in Wien, den Titel hole, liege bei sieben Prozent.

Wie funktioniert nun das Modell der UBS? Die Analysten untersuchen die Stärke der Teams aufgrund des Marktwerts der einzelnen Spieler. Ausgegelichenheit innerhalb einer Mannschaft sei überdies ein wichtiger Faktor. Nano, Naned!

Was soll man von solchen Prognosen halten? Gar nichts! Man braucht sich nur die Kursziele für Wertpapiere ansehen – auch hier liegt UBS – wie viele andere – zumeist weit daneben.

Ölt eure Kehlen – mit Bier

4. März 2008 | cdw | 15 Kommentare »

 Von Schlachtgesängen strapazierte Fan-Stimmbänder vertrauen seit Jahrzehnten auf Bier: Der Gerstensaft wird auch bei der Euro 2008 in Hektolitern die Kehlen der Schlachtenbummler hinunterfließen – sehr zur Freude der Brauereien. Während das Gebräu der dänischen Carlsberg, Exklusiv-Partner der UEFA bei der EM, in Stadien und auf Fanmeilen zu überhöhten Preisen ausgeschenkt werden wird, hoffen auch die heimischen Produzenten auf satte Umsatzzuwächse.

Die Brau Union, Marktführer in Österreich, will den Bierabsatz zum Fußballfest im Juni um 20 Prozent steigern. Die Marketing-Strategen haben sich bereits einiges einfallen lassen (Konkurrent Stiegl – Partner von Carlsberg in Österreich –  hat das übrigens bereits vor Monaten mit den Flaggen-Kronkorken gemacht): Ab April will man zur Marke Gösser einen starken Fußballbezug herstellen. Dass Carlsberg Exklusiv-Partner der Euro ist, bereitet der Brau Union im übrigen kein Kopfzerbrechen. Die Fans würden ob der hohen Preise in den Fanzonen die heimische Gastronomie stürmen. Und dort zapft der Wirt kein Carlsberg, sondern vielfach Zipfer, Gösser, Puntigamer & Co.

Wer suchet, der findet

31. Januar 2008 | LAN | 5 Kommentare »

Für interessante Erkenntnisse und aufheiternde Kuriositäten sorgt in unserer internen Besucherstatistik der regelmäßige Blick in jene Suchbegriffe, dank welcher einige Besucher auf unseren EM-Blog stoßen. Einen kurzen Einblick in ebendiese gibt es ab sofort zur allgemeinen Erheiterung jeweils monatlich, wir beginnen mit einer Auswahl des in diesen Stunden ablaufenden Monats Jänner.

Wenig überraschend finden sich an der Spitze sämtliche Varianten unseres Blogtitels wie „kick08 weblog“, „kick 08“ oder „kick08.net“. Dahinter folgen dank unseres Exklusivinterviews mit Dominik Steiner eine Vielzahl an Suchbegriffen zum Neujahrskonzert-Pausenfilm „austrian kickoff“, von „seilbahnkamera“ über „austrian kickoff making of“ und „neujahrskonzert riha kickoff“ bis hin zu „alexander zickler austrian kickoff“. Ein ebenso heißes Thema ist Cordoba, gleichsam in den unterschiedlichsten Varianten wie „cordoba krankl“, „cordoba hooligan 1978“ oder die geographischen Fehlleistungen „cordoba italien“ und „wien wird corduba“. Weiter gehts mit der „11 meter mode“ ebenso wie mit „stiegl em 08 kronkorken“, „chancen gegen die armut in südafrika“ oder „wein imiglykos“. Hinsichtlich der wesentlichen EM-Bedürfnisse unserer Leser teilen sich diese jeweils zur Hälfte auf Tickets („em ticketverlosung“, „em-karten weitergabe“) und Jobs („em 08 jobs“, „arbeitsamt stempeln anmelden“) auf. Apropos Tickets: wer ebendiese nicht bekommen hat, versucht anscheinend noch auf sportlichem Weg ein EM-Kader-Ticket zu lösen, wie die Suche nach „fussball castings“ belegt – einem „Deutschland sucht den Super-EM-Fußballer“ steht also nichts mehr im Weg. Auch das Thema Sicherheit, insbesondere in Klagenfurt, ist weiterhin brisant, wie zahlreiche Suchbegriffe à la „sicherheit in polen“, „hooligans klagenfurt“, „hools aus polen“ oder „pit-bull hooligans“ belegen. Und das „urlgschnas wartberg“ darf in dieser und unzähligen anderen Suchvarianten natürlich auch nicht fehlen.

Dank Brigitte Theissls Fußball – Bastion der Männlichkeit? fanden auch Personen mit den Suchbegriffen „androgyne frisuren“, „ronaldo diamantohrringe“ oder „beckham androgyn“ zu kick08, jener nach „bierbäuche bilder jpg“ Suchende dürfte hingegen zumindest bei diesem Artikel nicht fündig geworden sein. Weiter gehts mit männlichen Themen: Wer in der österreichischen Nationalmannschaft homosexuell ist, können wir angesichts der Suchanfragen „manninger + schwul“ und „scharner schwul“ (was sagt eigentlich der Hickersberger dazu?) nur vermuten, ebenso auf internationaler Ebene im Falle von „freddie ljungberg schwul“ sowie abseits des Fußballs angesichts „robert palfrader schwul“. Wie man mit der Suche nach „das weibliche Geschlechtsteil“, „klo lied“ oder „lizzy engstler nackt“ auf diesen Blog gelangt, wird in das Reich der Rätsel und Zufälle eingeordnet.

Dass man mit fußballerischen Einsteigerfragen wie „euro 08 fussballregeln“ zu uns gelangt scheint klar, doch kick08 bildet seine Leser auch politisch: Jener Besucher mit der Suchanfrage „bundeskanzler von wien 2008“ dürfte nun wissen dass bei uns – getreu einer weiteren Suchanfrage – der „krone kanzler“ regiert. Die Suche nach „hans krankl neueste meldungen“ versuchen wir natürlich weiterhin mit den aktuellsten Bonmots des Goleadors zur allgemeinen Zufriedenheit zu beantworten. Apropos Krankl: die Suche nach „krankl ziele 2008“ dürfte sich angesichts fehlender sportlicher Herausforderungen wohl auf dessen neue Dokusoap beschränken. Und nachdem es von Krankl zu Prohaska nur ein Katzensprung ist: die Suche nach „prohaska em koordinator“ dürfte wohl ein Irrtum sein, ansonsten wäre die österreichische EM-Bewerbung wohl bereits aufgrund grammatikalischer Formalfehler abgelehnt worden. Noch etwas zum Thema Berufsverfehlung: „stickler abseitsregel“. Auch die Suche nach „österreich lotto jede 5 jahre 2008“ dürfte am ehesten noch zum ÖFB-Präsidenten führen.

Abschließend müssen wir uns noch entschuldigen, dass wir jener Person mit dem Suchbegriff „adresse robert palfrader“ wahrscheinlich nicht weiterhelfen konnten, aber grundsätzlich dürfte die Hofburg ein heißer Tipp sein. Und auch die Suchanweisung „kick the mig“ können wir leider nicht erfüllen, da dieser keinen Fußball sondern einen Blogger darstellt.

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Foto Copyright: manfrys – under cc-license

Das Casino Salzburg Komplott

26. Januar 2008 | LAN | 2 Kommentare »

Was haben das große FM4-Geburtstagsfest in Wien und das kleine Urlgschnas in Wartberg/Krems gemeinsam, abgesehen von meiner Anwesenheit? Die Antwort: Bei beiden Veranstaltungen tragen die Gäste neuerdings Casino Salzburg Schals, beim Urlgschnas sogar in Verbindung mit den dazugehörigen antiquierten Meistertrikots aus den 90er-Jahren, wenngleich in rd. 33,3% der Fälle ein Fake-Trikot getragen wurde. Während die Ära Casino Salzburg mit den sportlichen Höhenflügen auf europäischer Ebene im und nach dem Jahr 1993 in Salzburg nach den aktuellen Energydrinkeskapaden als kommerziellste Epoche des dortigen Fußballs einging, scheint der Casino Salzburg Schal nun knapp 15 Jahre danach plötzlich als alternatives Statussymbol eine Renaissance zu erleben, insbesondere als Gegenstück zum bevorstehenden EM-Kommerzwahn. Also liebe FM4-Hörer, kick08-Leser und sonstige (Pseudo-)Alternative: geht vor dem nächsten Festival auf den Dachboden, kramt in der verstaubten violetten Kiste herum und holt eure Casino Salzburg Schals hervor – auf dass wie in den 90er-Jahren getreu dem Motto „Saltburg für Österreich – Österreich für Salzburg“ das ganze Land mittels kollektivem Casino Salzburg Schalzeigens seinen Unmut über die Verkommerzialisierung der Europameisterschaft zeigt! Olé supa Soizburga…

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