Spanien – Schweden, 14. Juni 2008, Innsbruck, Tivoli-Stadion:

Endergebnis: 2:1. Die Schweden sind nach Innsbruck gekommen – um dort ohne weitere Punkte zu bleiben. Spanien holt Punktemaximum und hat den Viertelfinalaufstieg souverän geschafft. David Villa einmal mehr Held der Iberer. Die Schweden haben gegen Russland den Aufstieg in der eigenen Hand.

Die Spanier begannen ähnlich, wie sie gegen die Russen aufgehört hatten: Mit hohem Tempo und schnellen Kombinationen. Doch im Gegensatz zu den Russen, die im Endeffekt ein leichtes Opfer für die spanische Torfabrik waren, hielten die Schweden gut dagegen. Trotz leichter Vorteile der Spanier wirkten die Schweden ruhig und kontrolliert – den Routiniers (und das ist beinahe die gesamte Mannschaft) der Skandinavier sei Dank.

Doch bereits in der 15. Minute musste Tormann Isaksson den Ball aus dem eigenen Netz holen. Eiskalt gescort von „El Nino“ Torres – der damit einmal mehr seine Klasse bewies. Nun versuchten die Spanier etwas Tempo aus dem Spiel zu nehmen, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Die Schweden kamen daraufhin besser ins Spiel und übernahmen leicht die Oberhand. Es folgten Chancen der Schweden, die jedoch eher kläglich vergeben wurden. Bis zur 34. Minute. Langer Pass auf Ibrahimovic und dieser netzte ein. Ein Weckruf für die Spanier, die zwar bis dahin nicht schliefen, das Spiel aber etwas aus der Hand gaben. Ab nun sollte, und dies zog sich durch das gesamte Spiel, wieder ein temporeiches, beherztes Spiel beider Mannschaften mit Vorteilen für die Spanier folgen. Vor der Pause hatten die Schweden Glück, Elmander rempelte David Silva um. Der holländische Schiedsrichter Pieter Vink zeigte sich aber weniger konsequent als in der Partie Österreich vs. Kroatien und schien von den Reklamationen der Iberer unbeeindruckt.

In der zweiten Hälfte waren es vor allem die eingewechselten Santi Cazorla und Cesc Fabregas, die dem attraktivem Spiel der Spanier neuen Schwung gaben. Die Schweden ließen sich immer weiter zurück fallen und suchten wohl die Konterchance. Das hohe Tempo zollte bei den Skandinaviern dann doch seinen Tribut (Bsp. Larsson, welcher ausgewechselt werden „musste“). Die Schweden machten den Eindruck, auch mit einem Unentschieden sehr zufrieden zu sein. In der Nachspielzeit sah es auch danach aus. Bis David Villa in der 92. Minute seinen vierten Treffer im laufenden Turnier schoss. Er ist nun ein heißer Tipp für den Torschützenkönig dieser Europameisterschaft – sofern die Spanier lange genug im Bewerb bleiben.

Fazit: Aufstieg und Gruppensieg dürften den Spaniern sicher sein. Die Schweden werden gegen die Russen aktiver spielen müssen, wollen sie den Aufstieg nicht gefährden.

Foto copyrights: dspictures unter CC-Lizenz

Griechenland – Russland, 14. Juni 2008, Wals-Siezenheim, EM-Stadion

Endergebnis: 0:1. Der Koloss von Rhodos ist eingestürzt. Die Griechen sind nach dem zweiten Spieltag aus dem Aufstiegsrennen. Wird der gottgleiche „Rehakles“ aus dem griechischen Olymp verstoßen und wieder Otto Rehagel werden? Die russische „Sbornaja“ wahrt mit einem knappen Sieg die Chancen auf den Aufstieg. Die Griechen spielen keine Rolle mehr, die Russen werden es den Schweden im dritten Gruppenspiel nicht allzu einfach machen.

Die befürchtete Defensivschlacht wurde es zum Glück nicht – aber auch kein besonders attraktives Spiel. Die Griechen etwas offensiver als im ersten Gruppenspiel, doch noch immer keine Ballkünstler. Die Russen mit großem Potenzial, welches aber wohl erst bei der WM-2010 vollends hervorbrechen wird (sofern sich die Russen qualifizieren). So, oder so ähnlich könnte man die beiden Kontrahenten charakterisieren. Ein Spiel ohne Glanzlichter und wirkliche Highlights. Dafür jedoch mit zwei Mannschaften die kämpfend ihre Chancen auf dem Aufstieg wahren wollten. Und eine glückliche russische Auswahl, die im Endeffekt verdient siegt.

Die Russen waren in der ersten Hälfte insgesamt gefährlicher. Sie setzten die Griechen unter Druck und kamen zu den besseren Chancen (die Griechen hatten nur in der 20. Minute eine „richtige“ Torchance). In der 17. Minute hätte der italienische Schiedsrichter Rosetti nach Dellas-Hands im Strafraum eigentlich einen Elfmeter für die „Sbornaja“ pfeifen müssen. Somit war die Führung in Minute 33 für die Russen auch völlig verdient. Herzlich bedanken können sie sich beim griechischen Goalie-Nikopolidis, dem seine offensichtliche Vorliebe für romantische Spaziergänge bei diesem Gegentor zum Verhängnis wurde. Das Tor wurde zwar hauptsächlich durch Nikopolidis Fehler ermöglicht, dennoch kann man den Russen eine gewisse Schlauheit im Vorfeld nicht abstreiten.

In der zweiten Halbzeit gab es hinsichtlich der Chancen in etwa eine Parität – beide Mannschaften können hinsichtlich ihrer Gefährlichkeit vor dem Tor mit dem zweifelhaften Prädikat „harmlos“ versehen werden. Das Spiel wird jedoch ab Minute 55 offener und attraktiver zu betrachten. Gegen Ende der Partie drängten die Griechen noch auf den Ausgleichstreffer – und in der 86. Minute landete der Ball im Netz. Die Entscheidung auf Abseits dürfte jedoch in Ordnung sein. Eines der weniger interessanten Spiele ging damit zu Ende. Als Fazit bleibt die Erkenntnis, dass sich in diesem Turnier, bis jetzt, die Offensivmannschaften durchgesetzt haben und mit Zerstörungs-Mauer-Spiel kein Blumentopf zu gewinnen ist.

Foto copyrights: Greg Robbins unter CC-Lizenz