Vor Turnierbeginn von vielen selbsternannten Experten abgeschrieben, schlagen die Niederlande die letzte WM-Finalpaarung nach den ersten beiden Spieltagen der Horrorgruppe C eindrucksvoll mit 7:1 und katapultieren sich somit auf die vordersten Ränge der Europameisterfavoriten. Doch zuerst der Reihe nach…

Italien-Rumänien 1:1

Wieder ein Unentschieden mit rumänischer Beteiligung, welches jedoch im Gegensatz zur langweiligen Partie gegen Frankreich eine Fülle an Torchancen auf beiden Seiten bot. Italien diktierte klar das Spiel, hatte insbesondere in der ersten Halbzeit eine Fülle an Chancen und scheiterte entweder am hervorragenden rumänischen Schlussmann Lobont oder haderte mit einem zu Unrecht aberkannten Tor Tonis. Doch auch Rumänien versteckte sich nicht, hatte mit einer Glanzparade von Buffon im Eins-gegen-Eins mit Mutu sowie mit einem von Panucci abgefälschten Stangenschuss die besseren Chancen und ging in der 55. Minute nach einem katastrophalen Schnitzer von Zambrotta gleichsam verdient wie unverdient in Führung. Eine Führung, welche nur Sekunden dauerte, ehe ausgerechnet Abwehrspieler Panucci nach einem Corner per Abstauber mit dem längst fälligen ersten italienischen Tor dieser EM den Ausgleich besorgte. In Folge fand der offene Schlagabtausch seine Fortsetzung, als Highlight wäre ein von Buffon auf sagenhafte Weise mit den Finger- und Zähenspitzen abgewehrter Elfmeter zehn Minuten vor Spielende zu nennen, der den regierenden Weltmeister vor einem frühzeitigen EM-Aus bewahrte. Sollte Italien jedoch auch im letzten Gruppenspiel ohne Einsatz und Dynamik mehr lässig als effektiv an die Sache herangehen, so werden die Azzurri wieder einmal ein blaues Wunder erleben…

Niederlande-Frankreich 4:1

Die Niederlande im Spielrausch, mit Traumtoren zum 3:1 und 4:1, die nur bei einer Mannschaft mit unendlichem Selbstvertrauen in den gegnerischen Maschen landen. Ähnlich wie im ersten Gruppenspiel gingen die Oranjes in Führung, überließen in Folge zeitweise dem Gegner das Feld und gewährten diesem zahlreiche ausgezeichnete Torchancen ehe sie mit einem perfekten Konter zum 2:0 für eine Vorentscheidung sorgten. Eine Vorentscheidung, die aufgrund eines feinfühligen Anschlusstreffers durch Thierry Henry kurzzeitig verschoben, jedoch im direkten Gegenzug nicht einmal eine Minute später durch Arien Robbens Wahnsinnstor aus spitzem Winkel bestätigt wurde. 3:0 gegen Italien und 4:1 gegen Frankreich ergibt ein unglaubliches Gesamtscore für die Niederlande von 7:1 gegen die WM-Finalisten von 2006. Marco van Bastens Team steht damit bereits fix als Gruppensieger im Viertelfinale und könnte die beiden besiegten Starmannschaften von Italien und Frankreich mit einer freiwilligen Niederlage gegen Rumänien doppelt ärgern, würde eine solche ja den Aufstieg der beiden Außenseiterteams Niederlande und Rumänien bei gleichzeitiger frühzeitiger Abreise der hochgehandelten Favoriten rund um Pirlo, Ribery & Co. bedeuten…

Fotos: LAN/kick08.net