Kroatien

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Am 25. Februar, das war ein Montag, wandten sich bei der morgendlichen Maillektüre im Büro viele mit Grausen vom Monitor ab. Sekunden zuvor hatten sie auf den Bericht über das Premier League-Spiel Arsenals gegen Birmingham vom Samstag zuvor geklickt. Weniger das Spielergebnis war erschreckend, als die Abbildungen des offenen Schien- und Wadenbeinbruchs, den der rohe Schlächter Martin Taylor dem Kroaten Eduardo Alves da Silva in seinen linken Lauf zauberte (wer mittlerweile stärkere Nerven hat, schaut sich die Bilder vom Foul noch einmal an). Die Attacke setzte den Stürmer für Monate außer Gefecht, wodurch freilich auch die Europameisterschaft gespritzt ist.

Bevor der gebürtige Brasilianer 2007 zu Arsenal stieß, dominierte er die kroatischen Strafräume mit Dinamo Zagreb mühelos, erzielte 73 Tore in 100 Spielen. Noch eindrucksvoller ist nur die Quote von 36 % aller kroatischen Qualifikationstreffer, die auf sein Konto gehen. Ohne seine Tore hätte sich Kroatien gegen England und Russland nie durchsetzen können. Gegen die anderen Top-Auswahlen Europas wird es für den ersten österreichischen Gruppengegner schon gar nicht reichen. Da hilft es auch nichts, dass der kroatische Verbandscoach Slaven Bilic sein Team hervorragend disziplinierte: In der Qualifikation kassierten die ehemaligen Hitzköpfe im karierten Dress nur acht Gegentore und noch erstaunlichere sieben Gelbe Karten in zwölf Spielen.

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