Während der Europameisterschaft will Österreichs Innenminister Günther Platter nichts anbrennen anbrennen lassen: 27.000 österreichische Polizisten und Polizistinnen werden für das Fußballfelst abgestellt, wie das Innenministerium mittels „Fact sheet zur Euro 2008“ verkündet. Auf diesem heißt es: „Die Grundsatzphilosophie für den polizeilichen Einsatz ist die 3-D-Philosophie: Dialog / Deeskalation / Durchsetzen. Ziel des polizeilichen Handelns ist, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit im Wesentlichen durch Dialog zu erreichen, um somit die Basis für ein friedliches Fußballfest zu schaffen. Sollte es die Situation erfordern, werden jedoch auch die beiden anderen D-Optionen unmittelbar zum Einsatz kommen.“

D-Optionen, okay. Dann aber wird es relativ kompliziert: Für den „Deeskaltationsbereich“ werden vorwiegend die Kräfte des „Kleinen Sicherheits- und Ordnungsdienstes“ (KSOD) eingesetzt. Sollte es lagebedingt notwendig sein, ist die Polizei auch für den Fall der „Durchsetzung“ (dritte D-Option, also wohl weniger euphemistisch Gewaltanwendung) vorbereitet. Dafür sind die Kräfte für den „Großen Sicherheits- und Ordnungsdienst“ (GSOD) zuständig. Wir rekapitulieren: Kleine Probleme: KSOD, gorße Problme: GSOD. An den Spielorten werden die österreichischen Polizisten zusätzlich durch rund 850 deutsche Kollegen unterstützt. Diese stehen unter österreichischem Kommando.
Den Kontakt zu den Fans nennt die Polizei als oberstes Ziel: Deshalb sei dieser in den vergangenen Jahren – und jetzt kommt’s – „durch die Schaffung „Szenekundiger Beamter“ (SKB) intensiviert“ worden. Die SKB verrichten in Zivilkleidung ihren Dienst.

KSOD, GSOD, SKB – doch damit nicht genug: Österreich führt im Vorfeld der Euro wieder Grenzkontrollen ein.

Dass Sicherheit bei der Euro groß geschrieben werden sollte, steht nicht zur Diskussion: Dennoch darf das Ereignis nicht dazu missbraucht werden, einen Platter’schen Überwachungs- und Polizeistaat weiter voranzutreiben. Außerdem: Wenn Fußballspiele von Polizeiaufmärschen begleitet werden, vergeht wohl vielen die Lust an der Sache. Wie szenekundig Österreichs Polizei wirklich ist, kann Sie während der Euro nicht zuletzt durch Zurückhaltung, Sensibilität und Unauffälligkeit beweisen.

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