Urbi et Ösi titeln unsere deutschen Kollegen von EURO08 originell, leider ohne sich mit den Argumenten für den neuesten göttlich-erfolgsversprechenden Schachzug des österreichischen Nationalteams auseinanderzusetzen. Angeführt von der heiligen rot-weiß-roten Dreifaltigkeit Stickler-Ivanschitz-Lopatka will man kurz vor der Europameisterschaft dem bekennenden Österreich-Fan und Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI, einen Kurzbesuch abstatten und mit der Überreichung eines symbolischen Geschenks Beistand von oben erbitten.

Mehrere Gründe sprechen für einen mehr als klugen Schachzug: Da wäre zuerst das ebenfalls heute verkündete historische Tief der ÖFB-Elf mit Platz 102 in der FIFA-Rangliste, welches für sich genommen schon einen Papstbesuch, eine Mariazellpilgerung und einen dreifachen Jakobsweg rechtertigen würde. Nicht zu vergessen die längst überfällige Heiligsprechung unseres Krankls. Oder auch die Bedeutung des Papstbesuchs als letzte Hoffnung auf eine von Gottes Fügung veranlasste Sündenvergebung Paul Scharners. Apropos Hoffnung: Der Titel der zweiten Papst-Enzyklika „In der Hoffnung gerettet“ würde sich gut als ÖFB-Motto für die EURO anbieten. Daneben könnte man den Papst um ein neues Wunderteam bitten oder zumindest noch ein Vorbereitungsspiel gegen den Vatikan organisieren um vielleicht doch noch ein sportliches Erfolgserlebnis vor der Europameisterschaft zu haben. Wie man sieht, gibt es genug Gründe für den Papstbesuch, ob es jedoch besonders klug ist, sich angesichts der papstliefernden Deutschen und erzkatholischen Polen als Gruppengegner auf den lieben Gott als 12. Mann (Frau) zu verlassen, sei schlussendlich noch dahingestellt…

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Foto: LAN/kick08.net