Homosexualität und Fußball gehen gar nicht zusammen: So will es jedenfalls das Klischee. Allein die Sprache auf den Fußballplätzen ist bezeichnend – und teilweise homophob. Schlechtes Spiel gilt als weiblicher Wesenszug, weiblich codiertes Verhalten wird ins Lächerliche gezogen,  in den Fankurven werden Machosprüche geklopft und der Schiedsrichter ist nicht selten eine „schwule Sau“. Der Fußball also letzter Ort, an dem die Klischees von „wahrer Männlichkeit“ gelebt werden dürfen?

Diese „wahre Männlichkeit“ entpuppt sich aber schnell als Märchen – besonders wenn man folgendes Faktum heranzieht: Von der Gesamtbevölkerung sind fünf Prozent homosexuell – umgemünzt auf die Bundesliga wären dann 25 von 500 Profikickern schwul. Von diesen mutmaßlich 25 gehe aber keiner offen mit seiner Homosexualität um, kritisieren die Initiatoren des europaweit ausgeschriebenen Plakatwettbewerbs „Homo:Foul“. Die Hauptursache: Die Berührungsängste der heterosexuellen Mehrheit mit den Schwulen ist sehr groß; besonders fatal ist hierbei, dass Fußball durch Decken, Klammen, Festhalten eine sehr berührungsintensive, körperliche Sportart ist. Nach dem Torerfolg wird umarmt und geherzt – aber spätestens unter der Dusche hat Mann dann wieder jeden Verdacht von Homosexualität erhaben zu sein.

Qwien Kultur wird anlässlich der EM 2008 einen Akzent im Stadtbild setzen, mit dem Homophobie im Fußball thematisiert werden soll – durch die Plakate soll das Tabuthema „Homosexualität und Fußball“ während der EM öffentlich werden. Bis Ende Mai kann einegsendet werden, dann wählt eine Jury die besten 50 Plakate aus.  Während der EM 2008 bis zur Regenbogen-Parade Mitte Juli 2008 werden diese im Rahmen einer Ausstellung im öffentlichen Raum präsentiert.

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