Das Leben als Salzburger hat seine Vorteile. Auf Reisen beruft man sich auf Mozart, „Sound of Music“, den Herminator, oder, im schlimmsten Fall, auf einen Getränkekonzern der seine Heimat in Fuschl fand. Einer jener vier Hinweise genügt für gewöhnlich um seine Herkunft, auch in fremden Gestaden, zu erklären. Weiters hat man den Vorteil, dass man dort wohnt, wo andere Urlaub machen. Und die Salzach, die das ganze Bundesland und die Landeshauptstadt durchfliesst, ist sowieso einer der schönsten Flüsse Österreichs. Doch genug des Lokalpatriotismus und zurück zur Europameisterschaft

Denn auch hier scheint der Salzburger ein Glückskind zu sein. Während man in Wien für eine Halbe Bier ganze 4,50 Euronen löhnen muss, zeigen sich Salzburgs Caterer gnädig. „Läppische“ 4 Euro sind auf die Theken der Fanzonen zu legen, um einen Plastikbecher mit dem edlen Getränk zu erhalten. Zugegeben – noch immer ein teurer Spass, bei dem das Preis/Leistungsverhältnis nicht stimmig ist. Aber es geht ja in erster Linie um den Fußball.

Wer aber auch die Bierkultur Salzburgs genießen will, ist in den Fanzonen sowieso am falschen Ort. Für Bier-Fetischisten drängen sich da vielmehr die Stieglbrauerei zu Salzburg und, noch besser, das Müllner Bräustübl auf. Besonders Letzteres lockt nicht nur mit Mönchen in lustiger Kleidung, sondern auch mit dem besten Bier im ganzen Bundesland, moderaten Preisen, einem gemütlichen Gastgarten und der ausdrücklichen Erlaubnis, selbst mitgebrachte Speisen verzehren zu dürfen. Ein Abstecher dorthin ist ein „Must“ – auch zur Europameisterschaft.

mullnerbrau.jpg

Foto copyrights: berndnowunter CC-Licence