Übermorgen, am ersten Tag des neuen Jahres, lauschen traditionell rd. 100 Millionen Ohren der rd. 50 Millionen Zuseher den Klängen der Wiener Philharmoniker beim weit über die Grenzen Österreichs bekannten Neujahrskonzert. Der diesjährige Pausenfilm von Georg Riha soll getreu seinem Titel „Austrian Kickoff“ mit gleichsam ungewöhnlichen wie spektakulären ballesterischen Aufnahmen aus dem ganzen Land das Europameisterschaftsjahr weltweit positiv und eindrucksvoll ankündigen. Der ORF-Pressetext samt Reaktionen auf die offizielle Premiere des Films und der unterhaltsame Trailer lassen bereits jetzt auf einen besonders sehenswerten Pausenfilm schließen. kick08 führte heute ein Exklusivinterview mit einem der Macher von „Austrian Kickoff“, Dominik Steiner von Brains & Pictures.

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kick08: Dominik, du hast an der Produktion des ganz im Zeichen der Fußball-EM stehenden Neujahrskonzert-Pausenfilms „Austrian Kickoff“ mitgearbeitet. Vielleicht gibst du unseren Lesern einen kurzen Einblick in den Film.
Dominik: Österreich am Ball. Ganz Österreich spielt Fußball – an allen möglichen und unmöglichen Plätzen – nur nicht am Fußballplatz. Der Ball als roter Faden führt den Zuseher auf eine Reise quer durch die schönsten Gegenden Österreichs. Wir beginnen im Westen an der Grenze zur Schweiz, schweben weiter Richtung Osten, überfliegen dabei Locations wie den Silvrettastausee, die Bergiselschanze oder den Domplatz in Salzburg, treffen dabei immer wieder auf bekannte Gesichter, wie Thomas Morgenstern, Peter Simonischek, Alexander Zickler oder Marc Janko und landen schlussendlich in Wien im Musikvereinshaus beim Neujahrskonzert 2008. Ein schöner Bogen, ganz unter dem Motto „Hochkultur vs. Körperkultur“. Ich bin schon sehr gespannt, wie das Publikum auf dieses, gewiss sehr polarisierende, Experiment reagieren wird.

kick08: Wieviel Arbeit steckt hinter dem Film?
Dominik: Als Außenstehender kann man sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit in einem 25 minütigen Film stecken kann. Die ersten Ideen sind zwar bereits vor über einem Jahr enstanden, konkret begonnen wurde mit der Produktion aber erst im Sommer 2007. Ein halbes Jahr für 25 Minuten Film klingt jetzt wahrscheinlich nach „jeder Menge Zeit“. Um den Qualitätsansprüchen, die ein Georg Riha Film erfordert, gerecht zu werden bedarf es aber einer „höheren Sicht der Dinge“ (Anmerkung:
Die höhere Sicht der Dinge heißt die dreiteilige Buchreihe seiner Fotografien.), ermöglicht durch spezielle Kamerasysteme. So zB Flugaufnahmen mit der kreiselstabilisierten Wescam oder scheinbar schwereloses Gleiten mit der hauseigenen CAMCAT-Seilbahnkamera. Dieser hohe Aufwand schlägt sich natürlich auf Kosten der Zeit nieder. So haben sich die Dreharbeiten bis in den Dezember hinein gezogen. Gegen Ende hin war alles sehr knapp, den Advent haben wir praktisch in der Firma verbracht. Aber lustigerweise geht sich immer alles perfekt aus, so auch hier.

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kick08: Welche Aufgaben hast du bei der Produktion übernommen?
Dominik: Meine Hauptaufgaben beim „Austrian Kickoff“ waren Schnittassistenz und Digitale Effekte, sprich Aufbereiten des gefilmten Materials für unseren Cutter Andreas Gessl, sowie das Entfernen von unerwünschten Elementen im Bild oder das nachträgliche Hinzufügen von Bällen, Logos oder Special Effects. Außerdem habe ich zusammen mit meinem Kollegen Reinhard Schmid das Entstehen dieser Produktion in einem spannenden „Making of“ dokumentiert. Wer also wissen möchte, warum Peter Simonischek beim Dreh das falsche Schuhwerk anhatte, weshalb Thomas Morgenstern beinahe stürzte oder wie das Dach des Hangar 7 zum Fußballfeld wurde, sollte am 6.1.2008 um 10:10 auf ORF2 einen „Blick hinter die Kulissen“ des Austrian Kickoff wagen.

kick08: Du warst während unserer gemeinsamen Schulzeit kein großer Fußballfan. War dieser Film daher eine spezielle Herausforderung für dich und wie stehst du der kommenden Fußball-Europameisterschaft gegenüber?
Dominik: Stimmt – als Fußballfan würd ich mich nicht gerade bezeichnen, aber das braucht es meiner Meinung auch nicht um Skurilitäten wie zB ein Ballduell zwischen dem Jedermann und dem Tod lustig zu finden. Außerdem habe ich nichts gegen Fußball an sich, nur gegen radikale Fußballfans, und die gibt es leider immer und überall. Aber abgesehen davon, freue ich mich schon auf die EURO 2008, das wird sicher eine schöne Sache, einmal mittendrin statt nur dabei zu sein. Europa- und Weltmeisterschaften sind die einzigen Bewerbe, die sogar einen Fußballmuffel wie mich begeistert vor den Fernseher locken können.

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kick08: Was bedeutet es für dich, dass der Film durch das Neujahrskonzert rund 50 Millionen Zuseher erreicht? Ist diese große Reichweite eine besondere Motivation?
Dominik: Auf jeden Fall. Es ist doch ein schönes und erfüllendes Gefühl, wenn ein Werk, in welches man sehr viel Liebe und Zeit investiert hat, auch von einem breiten Publikum gesehen wird. Wenn es dann auch noch gefällt, weiß man, dass sich die Arbeit gelohnt hat.

kick08: Abschließend noch die beiden obligaten Fragen: Wer wird nächstes Jahr Fußball-Europameister und wie schneidet die österreichische Nationalmannschaft ab?
Dominik: Möge der Bessere gewinnen. Obwohl ich es nach der Finalpleite bei der letzten WM den Franzosen von Herzen vergönnen würde. Aber mal schauen. Zum Abschneiden der österreichischen Mannschaft sag ich nur eins: Dabei sein ist alles 😉

kick08: Vielen Dank für das Interview!

TV-Tipps: Neujahrskonzert 1.1.2008 11:15 Uhr ORF2, Making of 6.1.2008 10:10 Uhr ORF2

Webtipps: Trailer, Pressetext, Brains & Pictures

Fotos Copyright: cdw (1), Österreich am Ball (2,3)